Pferde des Windes

Lernen frei zu leben und frei zu sein.
 
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 1.Kapitel -> Mitten im Winter...

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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Okt 30, 2010 6:56 pm

Momna hörte den Schrei des Leithengst, den Ruf, dass sie kommen sollte. Gelangweilt setzte sie sich in Bewegung bis sie den vertrauten Geruch von Blut roch. Prüfend streckte sie die Nase in Richtung ihrer wunden. Nein von da konnte er nicht kommen. Dafür war die Menge zu gering. Also ließ sie sich von ihrer Nase leiten und stand bald vor den verstreuten Körperteilen einer ehemals wohl sehr schönen Stute. Ihr Kopf hing nun aufgespießt an einem Ast.

Himmelherrgott nochmal! Wenn jemand eine stute umbringt dann wenigstens ehrenhaft und er sollte keine solche sauerei draus machen!

fluchte Momna im Stillen. Aber der Mörder wollte nicht bloß die Stute töten. Er wollte ein Zeichen setzen. Das erkannte Momna an der Art des Todes. Kopfschüttelnd machte sie sich an die Arbeit, das ganze wieder wegzuräumen. Vorsichtig entfernte sie den abgebissenen, aufgespießten Kopf vom Ast und begann diesen und die anderen Einzelteile unter dem Schnee zu begraben. Sie wusste das dies alles wohl im nächsten Frühling für einen unschönen Anblick sorgen würde aber der Boden war zu gefroren um es zu vergraben. Während Momna stumm arbeitete dachte sie nicht daran, warum diese Stute umgebracht worden war oder von wem. Sie erinnerte sich daran was sie gesehen hatte, nachdem ihre Mutter den Wölfen begegnet waren. Dagegen war das für Momna etwa so als ob sie ein totes Eichhörnchen finden würde. Es interessierte sie nicht wirklich. Aber damals. Sie hatte da ihre Mutter verloren, und der Anblick hatte sich in sie hineingebrannt. Die Wölfe hatten sie zerfleischt, sich um ihre Innereien gestritten und sie allgemein einfach zerfleischt. Und dieser so intensive Geruch und alles erinnerte sie daran. Nachdem Momna ihre Arbeit beendet hatte, sie blutverschmiert aussah und dachte, dass es nun noch unaufälliger war ob da zwei oder drei Böuttropfen mehr waren lehnte sie sich stumm an einen Baum. Hätte sie sich übergeben können, hätte sie es sicher getan aber so musste sie alleine mit ihrer verdammten Vergangenheit, sich slebst und diesem Geruch fertig werden. Ihre Gedanken überschlugen sich. Sie konnte nicht mehr bloß stumm dastehen. Sie MUSSTE sich irgendwie selbst verletzen um ins Hier und Jetzt zurückzukehren, um den Schmerz erträglich zu machen. Bevor ihr Verstand sich wieder einschalten konnte und sie davor warnen konnte, dass es sehr riskant war, hatte sie bereits einen geeigneteren Baum gefunden und rieb sich nun noch heftiger. Wieder überrollte sie eine Welle von Schmerz und Schuldgefühlen. Sie besah sich ihre Wunden. Es hatte kein bisschen geholfen. Nun verschwanden ihre letzten Bedenken und Sorgen. Es war wie ein krankhafter Zwang der sie dazu bewegte sich selber so lange und heftig zu beißen, bis ihre Beine und ihr Bauch mit sehr frischem Blut überlaufen waren. Und mit dem Blut schienen alle Erinnerungen, Schuldgefühle und Schmerzen hinauszulaufen. Es war so beruhigend, ja regelrecht befreiend zu beobachten wie das Blut langsam hinaus in den Schnee sickerte. In dem Moment wurde ihr bewusst, dass die anderen nun alles wissen würden. Sie hatte sich selbst verraten. Nein das durfte nicht geschehen! Verzwifelt wälzte sie sich im Schnee, doch so schnell ging das Blut weder ab noch versiegte das neue Blut. Sie war zu weit gegangen und fühlte das deutlich. Also begann sie zu laufen. Lieber wieder allein als irgendjemandem das alles zu erzählen. Weiter und weiter lief sie, stumm betend das niemand sie so finden würde. Vielleicht würde sie zurückkehren wenn sie wieder halbwegs normal aussah, vielleicht auch nicht.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Okt 30, 2010 7:05 pm

Sam beobachtete den schwarzen Hengst kühl und zuckte nicht mit der Wimper als er ihn anschnauzte. Dann wandte er sich an Leyla und lächelte sie höflich an als sie ihm die zustimmung gab. Dann trabte er an den beiden vorbei die sich unterhielten und sah nocheinmal zu Neightsoul der ihn eben nach seinem Titel gefragt hatte und dann wegging. Er senkte den Kopf und schnaubte.
"Samaritano. Herrscher von Spanien. Ist mein Titel"
murmelte er und sah mit kaltem Blick über die Herde die sich gerade mit einem Pferd beschäftigte das anscheinend Tod war. Sam schüttelte den Kopf und sah der Herde zu. Er würde später nocheinmal zu Nightsoul gehen.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Okt 31, 2010 12:15 pm

Fireheart rappelte sich auf und schüttelte sich kräftig. Oh, da war ein neues Pferd. Die hübsche Stute ging zu ihnen und nickte ihm zu.

[sorry, mir fällt nichts ein....]
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Okt 31, 2010 2:38 pm

(@ Sam: da Crepusculo ja nur noch aus "Einzelteilen" besteht, ist das unlogisch zu schreiben, dass das Pferd "Anscheinend tot war" und dass ihn das überhaupt nicht rührt. deshalb denke ich, steht er in einiger Entfernung, weil Lunar ja sowieso tiefer im Wald ermordet wurde...)

Gelangweilt beobachtete Nightsoul, wie Momna ohne ein weiteres Wort Crepusculos Überreste zusammensammelte und vergrub. Als sie sich schließlich gegen einen Baum lehnte, nickte er ihr zufrieden, und, ja, vielleicht sogar ein bisschen dankbar und freundlich zu. Dann jedoch wurde die Stute seltsam. Sie begann, sich an einem Baum zu reiben, bis sie blutete.
Night nickte wissend. Daher stammten also die anderen Wunden, die ihm schon vorher aufgefallen waren. Schon bald blutete die Stute, doch das schien ihr nicht zu reichen. Sie biss sich selbst so fest, dass sie blutete, und das war mehr als nur die kleinen Kratzer. Nightsoul sprang von Leya weg und auf Momna Moana Soledad zu.
Im selben Moment, in dem er sie mit "Bist du verrückt?!" anfuhr, bemerkte die Stute anscheinend selbst, dass alle Pferde- nun gut, dass war wohl übertrieben, denn außer ihm, Nightsoul, war nur noch Leya da; Fireheart und Samaritano waren weiter weg- sahen, was sie da tat, und rannte weg. Night sah ihr mit wütend zusammengekniffenen Augen hinterher und drehte sich dann wieder zu Leya um. Wäre jetzt nur Hate hier, sie könnte der braunen Leitstute, die sowieso ihre Freundin war, sicher helfen.
So blieb Nightsoul nichts anderes übrig als sie vorsichtig anzustupsen und zu fragen:

"Wie geht's dir, Ley?"

Unschlüssig stand er da- sollte er vielleicht Momna Moana Soledad folgen? Nein, die sollte zurückkommen, wenn sie wollte! Jetzt zählte erstmal nur Ley! Hoffentlich konnte irgendjemand hier was mit Kräutern anfangen! Allerdings... vielleicht würde sich die braune Stute auch von selbst erholen, denn sie hatte ja keine körperlichen Schäden. Das war nur der Schock! Irgendwie würden sie schon damit fertig werden, hoffte Nightsoul.

Aber wenn was schief geht, wird Hate dafür bezahlen!

Dabei wollte er nicht von seiner Schwester abhängig sein... Alles, bloß das nicht. Doch würde er sogar sie wie einen Engel behandeln, wenn es Leya retten würde? Und Night dachte dabei nicht nur an jetzt, sondern auch an später. Er konnte nur hoffen, dass er nie vor diese Frage gestellt wurde.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Di Nov 02, 2010 9:03 pm

( @ Nightsoul: Bitte erzähl vorerst im RPG den anderen nichts davon was Momna macht schließlich versucht sie oft alles damit niemand es sieht...)

Weiter und weiter lief Momna bis zur vollständigen Erschöpfung. Sie hatte große Lust weiter zu laufen bis sie zusammenbrach doch sie bezwang den inneren Drang. Sie wollte sich nicht umbringen. Ihre Zeit war nicht da und immer noch war da das Fohlen. Müde und ausgepumpt ließ sich Momna in den Schnee fallen und kühlte ihre Wunden. Sie hoffte, dass sie sich nicht entzünden würden, denn das veursachte zwar ein für sie angenehmes Brennen bei jeder Bewegung, doch es würde länger dauern ehe sie heilten und sie waren viel sichtbarer. In der Nähe bemerkte sie eine Stelle in der noch etwas Gras unter der Schneedecke hervorlugte. Ächzend stand sie auf, lief gemächlich dorthin und nachdem sie etwas Gras freigescharrt hatte fraß sie etwas. Danach lief sie noch ein Stück weiter um es sich unter einem Baum bequem zu machen. Sie stützte den Kopf gegen die raue Rinde des Baumes und genoss die Stille. Sie fühlte sich beschwingt, ja regelrecht lebendig. Und aus einer Laune heraus begann sie ein Lied zu summen, das seit jeher ihre Sehnsucht, ihre Fragen und eine leichte hoffnung ausdrückte das doch noch irgendwas sie und ihr Leben verändern würde. Nachdem sie eine Weile gesummt hatte erhob sie ihre Stimme die nun kraftvoller und lebendiger klang:

So I found the reason to stay alive
Try a little harder see the other side
Talking to myself, too many sleepless nights
Try to find a meaning to this stupid life

I don't want your sympathy
Sometimes i don't know who to be

Hey, what you’re looking' for?
No one has the answer, they just want more
Hey who's gonna make it right ?
This could be the first day of my life

So I found the reason to let it go
Tell you that I’m smiling' but I still need to grow
Will I find salvation in the arms of love?
Will it stop me searching?
Will it be enough?

I don't want your sympathy
Sometimes I don't know who to be

Hey, what you're looking' for?
No one has the answer, they just want more
Hey who's gonna make it right ?
This could be the first day of my life

The first time I really feel alive
The first time to break the chain
The first the time to walk away from pain

Hey, what you're looking' for?
No one has the answer, we just want more
Hey who's gonna make it right ?
This could be the first day of your life

Hey, what you're looking' for?
No one has the answer, they just want more (ooh, yeah)
Hey who's gonna shine alight?
This could be the first day of my life


Der Wind trug ihre Stimme weiter, doch das kümmerte Momna nicht. Sie sang für sich und nicht für andere. Das die Strophen englisch waren hatte sie noch nie gestört. Sie hatte den Sinn verstanden und liebte dieses Lied so wie es war. Und so lehnte sie weiter an dem Baumstamm der ihr Ruhe gab und irgendwie etwas tröstliches hatte. Die Wärme eines Pferde hatte sie seit jenem verdammten Tag seitdem sie ihr Fohlen trug nicht mehr gespürt. Falls man das überhaupt als Wärme bezeichnen konnte. Es war lieblose Wärme gewesen nicht dieselbe die sie bie ihrer Mutter gespürt hatte. Sie sehnte sich danach. Auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollte tief im Inneren wusste sie es, wie schwach und verletzlich war und dass bloß die Wärme und Geborgenheit eines Pferde ihre Gefühle, die tief in ihrem inneren brodelten wie ein lange nicht aktiver Vulkan, ausbrechen zu lassen. Sie hatte Angst vor diesem Tag.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mi Nov 03, 2010 5:59 pm

(geht klar- Night ist doch ein schweigsamer typ Wink)
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Fr Nov 05, 2010 3:59 pm

In Leya dröhnte noch Nightsouls harte Stimme, und durch ihren Kopf flogen Erinnerungen an Lunar...Die Stute lag auf dem Boden und konnte sich erst nicht rühren...Nach einiger Zeit voller Gedanken, und der inneren Schwäche hörte sie Nights Worte.

Wie gehts dir, Ley?

Die Stute rappelte sich auf. Sie blickte Night in die Augen.

Ähm...mir? Mir gehts schon gut...es geht schon.

Die Stute blickte sich um.

W...wo ist Momna, und wo sind die anderen?

Da sah sie in der Ferne Fireheart und Sam. Sie trabte langsam und vorsichtig in ihre Richtung.

Entschuldige mich kurz...Night.

Bei ihnen angeekommen sah Ley sich um...

Na ihr zwei beiden...oh, Cio schläft ja noch...er hat das ganze wahrscheinlich gar nicht mitbekommen. Na ja...ist ja auch gut so.

Die braune Stute drehte sich schon wieder um.

Ach ja, wenn ihr Hunger habt, hier hinten ist sehr viel frisches Moos.

Nun trabte die Stute zurück zu Night...sie schaute sich nach einem ruhigen Plätzchen um. Sie legte sich hin, und fraß genüßlich frisches Moos. Ley versuchte Lunar zu vergessen, bzw. ihr nicht nachzutrauern, was ihr auch gut gelang...
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Fr Nov 05, 2010 8:55 pm

Moira galoppierte ruhig aber dennoch kraftvoll durch die verschneiten Wälder. Dieses Mal fühlte sie sich nicht, wie sonst so oft auch, frei und fröhlich beim Galoppieren. Immer wieder gingen ihr die Worte ihrer Mutterstute drch den Kopf. Angeblichen Mutterstute. Korrigierte sie sich in Gedanken. In den letzten Minuten ihres Lebens hatte diese ihr offenbart, dass sie nicht ihre leibliche Mutter war. Und das sie vermutlich noch einen Zwilling hatte. Kopfschüttelnd blieb sie in der Nähe des nächsten Waldes stehen. Warum hatte ihr nie jemand das gesagt? Warum hatte sie ihre ganze Kindheit geglaubt, keine Geschwister zu haben? Und warum erinnerte sie sich nicht mehr daran wie es war? Verzweifelt versuchte sie sich zu erinnern. Doch je mehr und angestrengter sie es versuchte desto verschwommener und undeutlicher wurden die Bilder vor ihrem geistigen Auge. Resigniert schüttelte sie den Kopf. Nein so ging das wirklich nicht weiter. Doch was nun? Auf eigene Faust versuchen, den Zwilling zu finden? Auf das Schicksal vertrauen und weiterziehen? Oder doch lieber schnellstmöglich eine Herde finden? Still grübelte Mira eine Weile vor sich hin. Sie war noch nie auf sich allein gestellt gewesen, dennoch hatte sie immer gelernt selber zu denken und nicht zu allem Ja und Amen zu sagen. Nachdem sie zu einem Entschluss gekommen war und sich etwas erholt hatte, lief sie weiter. Dann blieb sie abrupt stehen. Sie kannte diesen Geruch nur allzu gut und jäh überflutete sie wieder eine Welle von Schmerz. Der Geruch war Blut. Pferdeblut. Welches auch reichlich geflossen war, als ihre Ziehmutter gestorben war. Und sie trauerte ihr nach. Schließlich hastte diese ihr das Leben gerettet, sie genährt und sie erzogen. Warum? Warum nimmt das Leben immer die, die noch viele schöne Jahre verdient hätten? fragte sie stumm. Moira atmete noch einmal tief durch und folgte dann dem Geruch. Es war eine Art innere Intuition die ihr sagte, dass sie diesem Geruch folgen sollte. Bald darauf stand sie auf einer Lichtung. Der Schnee war noch rot vom Blut. Aber ein blutendes Pferd oder gar eine Pferdeleiche sah sie nicht. Dafür aber einen schwarzen Hengst und eine braune Stute. Und sie roch noch mehr Pferde. Unschlüssig blieb sie stehen und verlagerte ihr Gewicht von einem Huf auf den anderen. Waren diese Pferde ihr freundlich gesinnt? Waren sie eine Herde? Wie würden sie reagieren, wenn sie nun einfach hereinplatzte? Moira kam zu keiner Antwort. Sie müsste es wohl riskieren. Zögerlich setzte sie einen Huf vor den anderen. Sie beschloss zuerst zu der Stute zu gehen. Die wirkte nicht so kalt und abweisend wie der Hengst. Noch immer nervös und bereit jeden Moment umzudrehen und zu fliehen stand sie schließlich da direkt vor dieser Stute. Sie nahm ihren Mut zusammen und sagte einfach

Hallo.

Mehr viel ihr nicht ein. sie wusste auch nicht was sie sonst noch sagen sollte. Schüchtern senkte sie die Augenlieder so als erwarte sie eine Strafe für das was sie gesagt hatte.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Nov 06, 2010 11:59 am

Leya sah noch während sie fraß eine Stute auf sie zukommen. Sie erschien sehr freundlich.
Ley hörte das freundliche 'Hallo!'.
Sie lächelte die Stute unschlüssig an.

Hallo...mein Name ist Leya, aber alles nennen mich Ley...wer bist du?
Und bevor du fragst...wir sind eine noch etwas kleine Herde...

Sie schaute die Stute mit einem tiefen Blick an, und rappelte sich dann auf.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Nov 06, 2010 2:56 pm

Night schnaubte zu Leyas Antwort. Wen sollte er wohl sonst meinen? Aber immerhin wurde der braunen Stute das auch klar und sie antwortete zögerlich, wie es ihr ging. Da lächelte der Rappe erfreut- zum Glück!
Als Ley nach Momna und den anderen fragte, zuckte er nur mit den Schultern, aber sie hatte auch schon Samaritano und Fireheart entdeckt und ging zu ihnen rüber. Night blieb zurück und gähnte gelangweilt. Er sah in die Richtung, in der Momna Moana Soledad verschwunden war, und dann dahin, wo er zuletzt White Hats Fährte gesehen hatte. Sollte er einer von beiden folgen?

Moana ist ja so ein bisschen seltsam, wer weiß, ob die überhaupt wiederkommt. Und Hate ist sicher auch schon über alle Berge.

dachte er schließlich und blieb schulterzuckend da, wo er war. Doch nicht lange sollte dies anhalten, denn es schien ein Fluch-oder Segen?- über der Herde zu liegen; kaum war eine Aufregung vorrüber, kam die nächste ab. Diesmal in Form einer fremden Stute.

Inzwischen war Leya zurück bei ihm und fraß von dem Moos. Jetzt ging die Fremde direkt zu ihr, das ärgerte Nightsoul ein bisschen. Aber anderseits gefiel es ihm, dass keiner sofort auf ihn zuging, kumpelhaft mit ihm redete und irgendeinen Spruch fallen ließ. Das würde den Rappen noch mehr in Rage versetzen.
Es war eben gut so, wie es war.
Nach dem zögerlichen 'Hallo' der fremden Stute, antwortete Leya ihr recht verunsichert. Nightsoul trat zu den beiden.

"Oh ja, wir sind eine kleine Herde- die Pferde des Windes. Leya ist die Leitstute, ich bin der Leithengst. Nightsoul, der Krieger der Nacht."

Da Ley schon gefragt hatte, wer die Fremde sei, ersparte Night sich dies und wartete mit ausdruckslosem Gesicht auf Antwort.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Nov 06, 2010 9:05 pm

Moira war erleichtert, dass keiner Anstalten machte sie zu vertreiben oder anzugreifen und außerdem wirkte die Stute relativ nett. Auch der Hengst schien nicht ganz so abweisend zu sein wie er auf den ersten Blick aussah und so antwortet Moire diesmal etwas sicherer:

Ich heiße Moira Modesta Solina aber ich weder Moira oder Moi genannt. Ich bin froh euch hier zu treffen. Könnte ich eurer Herde eventuell beitreten?

Nachdem sie geredet hatte blickte sie sich noch etwas um. Ein Stück weiter weg sah sie durch den Wald noch zwei Pferde. Besonders groß war die Herde wohl nicht, aber das störte sie nicht. Eine kleine herde war besser als überhaupt keine Herde und vielleicht hatte der Zufall sie nicht umsonst hierhergeführt und die Herde wusste etwas über ihren Zwilling. Oder noch besser: Ihr Zwilling war hier. Dieser Gedanke füllte etwas von der verdammten Leere die in ihr herrschte und so lächelte Moira zum ersten Mal seit dem Tod ihrer Ziehmutter. Bei diesem gednaken erlosch dieses Lächeln wieder, denn sie dachte nicht nur an ihre Ziehmutter, sondern auch daran das diese Herde etwas mit ihr gemeinsam hatte: So wie es schien hatte auch diese Herde vor kurzem ein Mitglied verloren. Gedankenverloren starrte Moira auf den noch immer roten Schnee und fragte sich unter welchen Umständen und welches Pferde hier wohl so geblutet hatte. Und nach der Menge des roten Schnees zu urteilen, hatte dieses Pferde sich heftig gewehrt oder es war sehr blutig zu Tode gekommen. Sie beschloss ihre Gedanken nicht laut auszusprechen oder in eienr Frage zu äußern. Vielleicht reagierten die Pferde allergisch darauf oder würden sie dann vertreiben. Also blieb sie stumm, dachte weiter nach und konzentrierte sich darauf, dass ihr Gesicht natürlich und nichtssagend aussah. Dies gelang ihr auch perfekt, schließlich war sie darauf trainiert. Für jedes Pferd sah sie so normal aus wie jedes andere PFerde auch, obwohl es hinter ihrer Stirn arbeitete. Und wenn Moira solche Gedanken dachte waren es leider keine postiven.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Nov 07, 2010 1:13 pm

Als die Stute ihren Namen nannte, legte Nightsoul den Kopf schief. Er warf Leya einen flüchtigen Blick zu, dann musterte er Moira Modesta Solina von oben mit unten. Sie sah anders aus als Momna Moana Soledad, aber es könnte durchaus möglich sein... vielleicht...

Bloß nicht noch eine von der Sorte- aber die hier ist mir eigentlich ganz smypatisch!

dachte Night und verzog die Mundwinkel zu einem winzigen Lächeln. Er sah wieder zu Ley hinüber und fragte sich, ob die braune Stute dasselbe dachte wie er. Schließlich sagte er, wieder an Moira Modesta Solina gewandt:

"Nun, Moira... du bist eigentlich ganz in Ordnung, finde ich. Gut möglich, dass du der Herde beitreten kannst. Aber vorher noch eine Frage: Bist du zufälligerweise mit iner gewissen Mona Moana Soledad verwandt? Sieht dir zwar nicht unbedingt ähnlich, wär aber durchaus vorstellbar!"

Night war gespannt, was die Stute antworten würde. Aber netürlich zeigte er dies nicht, sondern blickte Moira noch immer mit dem winzigen Lächeln an.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Nov 07, 2010 4:03 pm

Leya blickte die Stute etwas verwundert an, als sie ihren Namen nannte...Moira Modesta Solina.

Moira Modesta Solina...Momna Moana Soledad...da muss es doch einen Zusammenhang geben...

Die Stute blickte durcheinander zu Night. Er sah sie ebenfalls so an.
Er hatte wohl die gleichen Gedanken...
Sie lächelte die Stute an..

Ich freue mich dich kennen zu lernen Moi. Ich hätte nichts gegen dich, und Night, wie man sieht auch nicht wirklich...

...was bei ihm ja selten ist...am besten ich nutze die Gunst der Stunde.

Und...bevor Night es sich anders überlegt. Ja, du kannst der Herde beitreten...

Nun hörte Ley Nights Frage...
Sie wollte versuchen Moi davon abzulenken...




Cio hörte schon fast die Stille, als seine Augen sich öffneten. Wie es schien hatte er nicht gar so lange geschlafen. Er wusste nicht was los war... Er sah Fireheart, die bei einem, für ihn fremden Hengst stand.

Na, Fireheart...hallo Fremder...ich heiße *gähn* Allesio...oder Cio.

Ohne den beiden große Beachtung zu schenken ging er weiter zu einem Ort wo viel Moos wuchs. Dabei entdeckte er Ley mit Night und noch einer fremden Stute. Doch wo war Momna, die Stute, die er noch am Abend vorher zurückgeholt hatte?




Leya sah der stute in die Augen, und begann, bevor sie sich Gedanken machen konnte an zu reden...

Also...uns beide kennst du nun ja...das da sind Fireheart, Samaritano, und Alessio...

Ley war noch nie gut im Schauspielern gewesen...dass merkte man.


Zuletzt von Leya am Mo Nov 08, 2010 6:21 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Nov 07, 2010 6:09 pm

Moira lächelte leicht bis sie die Frage des Hengstes hörte. Der Name war wie ein Schock, als hätte ihr jemand einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf geschüttet. Für einen Moment sah man ihr den Schock an. Die Ähnlichkeit ihrer Namen war einfach zu auffälig um Zufall zu sein. Geschockt versuchte sie sich zu beruhigen. Ruhig, ganz ruhig, Moira. Denk dran was dir immer eingeredet wurde: Niemals zu viele Gefühle zeigen. Trotz ihrer Versuche, ruhig zu bleiben überschlugen sich ihre Gedanken regelrecht: Wahrscheinlich war ihr Zwilling hier und es war eine Zwillingsschwester! Aber sie redeten nicht positiv von ihr! Was hatte das zu bedeuten? Warum sah sie angeblich so gar nicht ähnlich? Warum hatte der Zufall sie gerade jetzt zusammengeführt? Nein das konnte doch nicht sein. Bitte nicht. flehte sie stumm. Nein bitte lass sie nicht ähnliche Probleme haben wie ich! Lass sie sich nicht auch leer und einsam fühlen. Lass sie eine glücklich, vielleicht sogar etwas arrogante Stute sein, die nichts von Elend und Leid versteht sein. Sie lächelte etwas steif um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen. Ihre Gefühle fuhren eine wilde Berg und Talfahrt, wechselten alle paar Sekunden von Besorgnis um den Zustand ihrer Zwillingsschwester mit der sie immerhin verwandt war, zu Hass warum sie bei ihrer gemeinsamen Mutter aufwachsen durfte und sie selber nicht. Von Besorgnis wechselten sie zu Neugier wer sie wohl war und ob sie wohl auch ihre Mutter kennenlernen konnte und von Neugier wieder zu Hass. Der Name Momna Moana Soledad hatte sich in ihr Gedächtnis eingebrannt und plötzlich war sie wieder ein Fohlen. Sie sah alles vor sich als würde sie es noch einmal durchlaufen. Sie war gerade geboren hatte gerade ihren Namen erfahren und neben sich lag ein zweites Fohlen, das ihr so gar nicht ähnlich sah. Ihre Mutter Sodaba, die weinte während sie ihnen Namen gab und Momnas erste wackelige Schritte. Dann als sie zögernd fragte warum Sodaba weinte erhielt sie keine Antwort. Nur noch mehr Tränen liefen ihre Wangen herunter und ungeduldig stupste sie Momna nach vorne um mit ihr wegzugehen. Moira zitterte in der Wirklichkeit. Sie versuchte so ruhig wie möglich zu bleiben und ihr Gesicht erstarrte zu Stein. Doch die Erinnerung ging weiter: Ihre verzweifelten Versuche auf die Beine zu kommen, ihre verzweifelten Rufe nach Sodaba und Momna. Sie verstand die Welt nicht mehr. Die gehässigen Rufe der Wölfe als wollten sie sie verhöhnen, so als riefen sie: Moira gib auf, bald werden wir uns um deine Innereien balgen! Ihre Tränen und alles. Und das schlimmste war: Es fü+hlte sich so real an! Endlich erlöste ihre Erinnerung sie und sie zwang sich zu einem Lächeln während sie ruhig und höflich antwortet:

Ich kenne keine Momna Moana Soledad. Aber ich wäre sehr froh sie kennenzulernen. Und im Übrigen freut es mich sehr, dass ich eurer kleinen Herde beitreten darf!

Woher sie die Kraft nahm ruhig und höflich zu klingen und äußerlich ganz normal zu wirken wusste sie nicht. Sie wusste nicht einmal warum sie nicht die Wahrheit sagte. Sie wusste sehr wohl, dass es ihre Zwillingsschwester war. Aber sie wollte es nicht wahrhaben. Die Erinnerung hatte alte Wunden wieder aufgerissen die sie vergessen hatte. Äußerlich wirkte sie wie immer höflich und ruhig, während innerlich noch immer ein Sturm der Gefühle tobte. Sie hatte die Gewissheit, dass sie jetzt nicht zu viel verraten durfte, nicht zu viele Gefühle zeigen! Schließlich wurde ihr immer eingeredet, Gefühle zeigen macht schwach, Gegner nutzen diese Schwäche. Okay die beiden hier machten wirklich nicht den eindruck als ob sie ihre Gegner oder gar Feinde waren, aber wie oft hatte sie gesehen, wie Freunde zu ärgsten Feinden wurden. Wie angeblich treue Mitglieder ganze Herden in den Tod führten, davon hatte man ihr zur Genüge berichtet. Diese Geschichten hatte man ihr erzählt, wenn sie an dem Sinn der Übungen zweifelte, die dazu dienten perfekte Maskeraden aufrecht zu erhalten. Und Moira war dann immer eine vorbildliche Schülerin gewesen, auf die man stolz sein konnte. Sie war eine der ersten gewesen, der man keine Gefühle mehr ansehen konnte und nie hatte man sie getadelt. Und trotzdem hatte sie immer mehr gewollt, war sie nie mit ihrer Leistung zufrieden gewesen. Im Nachhinein wusste sie, dass dies die ersten Anzeichen für die Leere waren, die sie jetzt so oft empfand. Noch immer war sie nie zufrieden mit sich, ohne sagen zu können warum.


((Ich schreib mal nen extra Beitrag für Momna damits nicht so lang wird...))
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Nov 07, 2010 6:54 pm

Momna lehnte weiter still an ihrem Baum und dachte über die Zukunft nach. Wie war es wohl, wenn sie erst mit Fohlen, mit ihrem Fohlen lebte? Würde es sie aus ihrer Gleichgültigkeit reißen? Oder würde sie eine schlechte Mutter werden und das Fohlen würde werden wie diese verdammten Hengste? Und plötzlich waren die Erinnerungen wieder da, die sie sonst bloß in der Nacht quälten, so als würde sie alles noch einmal durchleben. Wieder sah sie das dreckige Grinsen einiger Hengste und ihre eigene Verständnislosigkeit. Es tat so verdammt weh alles noch einmal zu durchleben. Daran hatte sie sich noch immer nicht gewöhnt, obwohl sie beinahe jede Nacht schreiend dasselbe träumte. Und jedes Mal war es genauso heftig wie in der Naxcht zuvor. Dann ging alles so schnell. Ihre verzweifelten Versuche zu entkommen, ihre verzweifelten Schreie, ihr eigener Schmerz und ihr eigenes Blut. Und zwischendrin immer wieder das höhnische Lachne des Anführers. Es war als würde ihre Seele ein weiteres Mal gefoltert werden. Nie hatte sie diese Ereignisse verarbeitet. Sie fühlte sich minderwertig, schlecht. So als wäre sie beschmutzt mit einer Tat für die sie nichts konnte. Und sie verfluchte die Hengste die ihr das angetan hatten. Warum litt sie jetzt darunter,wo sie das alles doch schon ertragen hatte? Hatte denn nicht wenigstens einer von ihnen ein bisschen Anstand und schämte sich für seine Tat? Nein beantworte Momna ihre stumm gestellte Frage selbst. Keiner von denen hatte genug Anstand geschweige denn genug Gehirn um von so etwas gequält zu werden. Wahrscheinlich war sie für die nur eine von vielen Stuten gewesen. Doch sie, Momna hatte sich ihre Gesichter eingeprägt und sann insgeheim auf Rache. Aber nein, sie hatte noch genug Verstand um nicht sofort loszurennen und jeden einzelnen von ihnen umbringen zu wollen. Am Ende würde sie so enden wie Sodaba: in ihren Einzelteilen. Und trotzdem: es war eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass sie hier lag und sich quälte während diese Hengste wahrscheinlich gerade lachten und vielleicht sogar die nächstbeste stute vergewaltigten. Oh warum traf es immer die, die es nicht verdienten? Konnten nicht wenigstens einmal die Bösen bestraft werden? Wieder lachte Momna sarkastisch während sie ihre frage selbst mit einem Nein beantwortete. Schließlich sind wir hier nicht im Märchen. Leute die diese Ungerechtigkeiten nie gespürt hatten, mochten diese Ungerechtigkeit vielleicht bemerken und verurteilen, doch sie konnten nie so fühlen wie Pferde wie sie, die diese am eigenen Leib erfahren hatten. Und diese Erkenntnis traf Momna wie ein Schlag. Sie fühlte sich elend und gedemüigt von der Welt, von allen Pferden die einfach so frei lachen konnten. Warum immer sie? Wäre jetzt ein Pferd aufgetaucht hätte sie ihn wahrscheinlich versucht anzugreifen, während sie dabei hemmungslos heulte. Doch da war niemand an dem sie ihren Hass auslassen konnte- außer sie selbst. Und das konnte sie nicht schon wieder, dann würde es jeder bemerken. Am Ende würden sie ihre geschichte erfahren und sie bemitleiden. Schon das Wort Mitleid war so etwas hässliches! Und seine Bedeutung wohl das schlimmste von allen! Nein sie wollte keinen falschen Mitleid. Die wussten doch alle gar nicht wie sehr sie sich hier quälte was sie eigentlich empfand! Die hatten dich immer nur ihr verdammtes Glück erlebt und alles Leid hatte sie, Momna, erfahren. Obwohl sie innerlich wusste, dass es falsch war alle anderen zu verdammen, so tat es gut endlich einmal jemand schuldig für ihr ganzes Elend zu machen. Es war als würde man eine eiternde Wunde plötzlich leicht anstechen und ein Teil der Flüssigkeit lief heraus. Doch die ganze Prozedur nützt nichts, denn der Stich schließt sich, die Bakterien sind nicht draußen und vermehren sich froh und munter während sie sich weiter ins Innere fressen. Genauso erging es Momna. Sie fühlte wieder eine hilflose wut in sich aufsteigen. Warum konnte sie nicht wenigstens etwas dagegen tun, statt hier rumzuliegen und verrückt zu werden?
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Nov 08, 2010 7:54 pm

Nights Lächeln verschwand und der Rappe drehte sich zu Leya um, als er ihre Worte hörte.
Manchmal fragte sich, was er eigentlich ür ein seltsames Pferd war. Oder waren die anderen seltsam?
Denn er änderte sich mit jeder Sekunde, hatte hundert Masken, tausend Facetten, Millionen Persönlichkeiten.
Und so war es auch jetzt. War er eben noch in netter Stimmung gewesen, so passten ihm Leys Worte mal wieder nicht.

"Das war nicht abgesprochen!"

zischte er, drehte sich dann wieder Richtung Moira. Seine Laune war mies, doch fast gleichgültig. Er zuckte mit den Schultern bei ihren Worten.
War ihm doch verdammt noch mal scheißegal, ob sie diese blöde Momna Moane Soledad kannte, die ein einziges, bemitleidenswertes Häufchen Elend war, und mehr nicht!

"Hätt ja sein können! Von mir aus, bleib! Aber komm mir bloß nicht in die Quere!"

schnauzte er sie an. Dann stapfte er wütend davon, dahin, wo der Schnee noch schön blutrot war. Dort legte er sich hin und wälzte sich ausgiebig, während er den noch schwach vorhandenen Blutgeruch einsog, als wäre er Luft zum Atmen. Dann richtete er sich wieder auf und ging zurück zu Ley. Moira Modesta Solina beachtete er nicht.

"So, Süße, jetzt geht's mir besser!"

sagte er, jetzt war seine Stimme ausdruckslos, aber nicht unfreundlich. Irgendwie wünschte er sich plötzlich, mit Ley allein zu sein, für ein paar Momente. Möglich, dass er es gerade jetzt fertig bringen würde, ihr ein Liebesgeständnis zu machen und vielleicht ein paar Erklärungen über seinen dauernden Stimmungswandel abzugeben.

Mein Gott, Ley, ich liebe dich! Ich habe tausend Persönlichkeiten, glaub mir, ich kann nichts dafür! Scheiße, vertraue mir, Süße! Du musst mich verstehen! Ich bin ein Mörder, ein Krieger, ich bin so geboren, ich muss so sein, glaub mir, Leya...

Nightsoul schüttelte den Kopf über seine eigenen Gedanken. So würde es vermutlich ablaufen, und es war die Wahrheit. Night war ja kein Lügner, nur ein Mörder, maximal. Aber am ehesten ein Krieger. Vielleicht keiner von der edlen Sorte, aber trotzdem war er kein Lügner. Wahrheit zählte für den Rappen anscheinend mehr, als er selber vermutet hätte.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Di Nov 09, 2010 6:56 pm

White Hate war gelaufen, erst nur im Schritt, um keinen Lärm zu machen, dann im Trab und schließlich im Galopp. Als ob sie jemand verfolgen würde! Aber sie hatte das Blut gerochen, und mit ihrer feinen Nase hatte sie Crepusculos Blut erkannt. Sie hatte Sonticus gesehen, wie er über dem Gerippe der Stute gestanden hatte, und nicht gewagt zu atmen. Dann ging der Hengst weg, und Whitely wählte die entgegengesetzte Richtung. Sie wollte gar nicht wissen, was mit Lunars restlichen Körperteilen geschehen war, am wenigsten mit ihrem Kopf. Es war so abartig, was Sonticus angestellt hatte, dass der Schimmelstute Akas Meelen wie ein wahrer Engel vorkam.
Jedenfalls hatte Ray kaum einen Schritt getan, als sie hinter sich die Büsche knacken hörte und durch die Zweige Nightsoul erkannte, der Sonticus' Tat entdeckte- oder wohl eher bewunderte!

Seit diesem Moment hatte Whitely angefangen, alle paar hundert Metzer innezuhalten und zu lauschen und ab und an eine falsche Fährte zu legen.
Aber sie wusste, dass es für Night jetzt anders gab. Noch in einiger Entfernung hatte sie seinen Schrei gehört.
Doch was, wenn Sonticus die Richtung wechselte und sie fand...?
White Hate schob den Gedanken hastig beiseite.

Ich muss aus diesem Wald raus! Auf offenem Feld habe ich bessere Chancen!

überlegte sie und wurde noch schneller. Zweige peitschten gegen sie, aber dann plötzlich stand die schneeweiße Stute auf einer schneeweißen, großen, hügeligen Wiese. Sie unterdrückte einen Jauchzer und beschloss, Pause zu machen. Der Schnee lag am Waldrand nicht allzu hoch, Ray konnte problemlos etwas zu fressen finden.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Nov 15, 2010 5:53 pm

Ley blickte Night stumm an...sie entgegnete ihm nichts, verzog keine Miene und bewegte sich nicht. Sie ließ alles an sich vorbeiziehen. Leya spürte nichts. Sie schwieg auch als Moi antwortete. Leya fand den Namen Moi hübsch...er passte zu der Stute, die ihr so freundlich begegnete.


Alessio stand nicht weit von der neuen Stute, und so beobachtete er auch Leya, wie sie stumm vor Night stand. Der Hengst fragte sich noch immer, wo die Stute Momna war. Er trabte langsam an den Leittieren vorbei, so dass er Leya noch in Ruhe etwas zurufen konnte.

Ich schau mich mal ein wenig um...

Cio entfernte sich immer weiter. Er war gerichtet...Darauf Momna zu finden. Er wollte ihr eigentlich nicht die ganze Zeit hinterherlaufen...Doch er musste sich eingestehen, dass er sie mochte.
Der Hengst sah ein paar Kaninchen an der Seite langhoppeln. Er lächelte.
Aufeinmal ein Geräusch. Erschrocken blickte Alessio zur linken Seite, von der das Geräusch kam, doch es war bloß Schnee, welcher vom Baum purzelte.
Kurz darauf lag ein bekannter Geruch in der Luft. Er konnte ihn nicht indefizieren, so hatte er schon die Befürchtung er sei die ganze Zeit im Kreis gelaufen. Nach einiger Zeit wurde ihm klar das dies nicht so sein konnte, denn es war der Geruch eines einzelnen Pferdes. Momna Moana Soledad. 5 Meter weiter gerade aus sah er sie im Schnee liegen...Die Stute war blutverschmiert. Cio blickte sie total erschrocken und verwirrt an, er gallopierte auf sie zu, und beugte sich zu ihr hinunter.

Was...was ist den mit dir los?

Er wartete erschrocken auf eine Antwort.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Nov 15, 2010 6:41 pm

Während Momna weiter im Selbstmitleid schwamm bemerkte sich nicht wie Cio sich näherte. Erst als er sie ansprach fuhr sie erschrocken und wütend zugleich auf. Ihre Wut und Verzweiflung entlud sich über Cios Kopf, ob der etwas dafür konnten icht oder nicht, war ihr in diesem Moment egal. Es tat bloß einfach so gut, endlich jemanden schuldig zu machen an ihrem verfluchten Elend. So setzte Momna an und begann ihm einen Vortrag zu halten:

1. Wo kommst du her? 2. Was schnüffelst du immer hinter mir her? Dich hat es einen verfluchten Dreck zu interessieren was ich tun und lasse geschweige denn was mit mir los ist. Du solltest dich schön um die Herde kümmern immer schön freundlich lächeln und immer fein glücklich und zufrieden sein mit deinem scheiß schönen Leben. Warum interessiert du dich eigentlich dafür, was mit mir passiert? Schickt dich die immerfreundliche Ley ohne Probleme? Oder hast du den ganzen Tag nichts Besseres zu tun als Stuten hinterherzurennnen?

Während diesen Worten hatte sie sich erhoben und aus ihren augen funkelte Hass. Sie hasste nicht Cio direkt sondern die Welt und alle, die zugesehen hatten wie ihre ach so heile Welt zerbrach. Und während sie mit angelegten Ohren ihn weiter beschimpfte, merkte sie nicht, dass sich mehr und mehr ihre so mühsam gewonnene und erkämpfte Selbstbeherrschung langsam aber sicher verlor.

Verzieh dich zurück in deine ach so heile Welt und lass mich in Ruhe! Du hast keinerlei Ahnung wie es mir geht und solltest auch weiterhin keine Ahnung haben. Denn die Gefühle und Gedanken einer so tief gesunkenen Stute wie mir könnten deine wunderbare und glückliche welt gehörig durcheinander bringen. Und schließlich will ja niemand dass du dir deinen ach so tollen und hübschen Kopf über Dingen zerbrichst die nicht mal deine Angelegenheit sind.


Ihre letzten Worte hatten vor Hohn und Spott förmlich getrieft. Nun war es um ihre Selbstbeherrschung endgültig geschehen. Tränen lösten sich aus ihren Augenwinkeln und rollten ihre Wangen hinunter. Innerlich gab sie Cio die Schuld um nicht vollständig an ihrem Hass zu ersticken. so begnügte sie sich damit, wieder allein sein zu wollen und stieg unmittelbar vor seiner Nase und zischte ihm zu:

Und nun verschwinde endgültig bevor ich noch mein letztes Bisschen Selbstachtung und Beherrschung vergesse! Und wehe irgendeiner aus der Herde erfährt auch nur ein Wort, wie du mich hier gesehen und was ich gesagt habe.

Nachdem sie mit ihren Hufen wieder auf dem Boden gelandet war und ihm einen letzten hasserfüllten Blick zugeworfen hatte, preschte sie mit weiten Sprüngen davon. Nach ein paar Galoppsürngen drehte sie sich mit einem letzten warnenden Blick um. Zur Verdeutlichung ihrer Entscheidung schlug sie noch einmal aus. Sie wollte nur noch allein sein und die Tränendämme die mit einem Mal gebrochen waren wieder irgendwie flicken. Ihre Gedanken wirbelten durcheinander wie ein Wirbelsturm der nur Verwüstung hinterlässt, doch sie hatte keine Zweit sich darum zu kümmern. Noch immer rannen ihr Tränen über die Wangen und sie fühlte sich elend und leer. Doch sie preschte weiter, egal ob ihr Körper gegen sie rebellierte, ihr Willen war stärker. Es war ein stiller Kampf zwischen Körper und Seele aber es tat ihr irgendwie gut, ihren Körper zu schädigen. Er hatte viel zu wenig Energie für solche Läufe aber Momna hatte beschlossen jetzt nicht mehr weich zu werden. Viel zu viel hatte sie verraten und sich damit schwächer gemacht als sie war.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Nov 28, 2010 11:44 am

(ich schreib für Cio mal als Leya)

Cio hörte die Worte der Stute. Er stand auf. Kalt und, wie man hätte meinen können stände man daneben, hartherzig. Kein Blick von dem Hengst führte zu ihr. Er ging langsam weg.

Lass du lieber mich in Ruhe...warum überhaupt solle ich dem Rest der Herde nichts erzählen? Soll ich vielleicht sagen, ich hätte dich nicht gesehen? Vor der Herde wohl die blanke Unschuld spielen, die arme Stute, die in ihren Problemen versunken ist...oder was?
Die Stute die nicht fertig wird mit ihrem bescheuerten Leben?
Und hier? Bringst dich bald selbst um, und keiner soll´s erfahren. Du hälst dich wohl für etwas besseres? Das kannst du knicken. Du hast keinen Befehl über mich. Ich werde tun, was ich tun will...Am liebsten wöllte ich dich nie wiedersehn, was aber vielleicht nicht zu vermeiden ist, weil wenn man von der Herde aus auf Futtersuche, oder so geht, stößt man eh auf dich, die blutverschmierte Stute, die einfach nur im Wald rumliegt...

Cio konnte jetzt nichts mehr stoppen...Er kochte vor Wut, und gallopierte davon.
Nie wieder wollte er mit ihr etwas zu tun haben. Er ließ sich doch nicht rumkomandieren, von so einer Stute. Bei Ley tat er es, weil sie Leiterin der Herde war, und alles für die Herde wichtig oder gut war.
In seiner Wut bemerkte er nicht mehr, wie schnell er wurde, so dass er binnen 1Minute wieder bei der Herde war.
Er sagte nichts. Er wollte vergessen...Was für einen Sinn würde es machen die 'Wunde' wieder aufzuwühlen. Stattdessen ging er an den beiden Leittieren und der neuen Stute vorbei...

Bin zurück...

Ausdruckslos ging Cio weiter, zurück zu dem neuen Hengst, und Fireheart.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Nov 28, 2010 2:09 pm

Nightsoul blickte gelangweilt von Leya zu Alessio. Er war zurück. Von wo eigentlich? Da fiel dem Rappen ein, dass er ja bei besagtem Häufchen Elend namens Momna Moana Soledad gewesen war. Die Ähnlichkeit der Namen von dieser Stute und Moira Modesta Solina, oder wie auch immer die Neue hieß, war wirklich verblüffend. Konnte das Zufall sein? Nein, sicher nicht. Nightsoul glaubte nicht an Zufälle, hatte er noch nie getan.
Also drehte er sich mit einem freundlichen Grinsen auf dem Gesicht zu dem irgendwie... genervt... wirkenden Alessio um. Der war schon etwas weitergegangen und Night machte einen heftigen Galoppsprung, wirbelte herum und stand vor dem Hengst.

"Hey, Cio, einen Moment. Du warst doch bei Momna. Würdest du mich zu ihr bringen? Und diese werte neue Stute hier. Ihr Name ist Moira Modesta Solina. Was ein Zufall, nicht wahr? Ich schätze, es wäre interessant, die beiden Stuten einander bekannt zu machen, findest du nicht auch?"

Das Grinsen auf Nights Gesicht wurde noch breiter, und er strahlte den Hengst nur so an. Dabei beobachtete er jeden Muskel in Alessios Gesicht.
Er war bei Momna Moana Soledad gewesen. Irgendwie hatte Night das Gefühl, dass sie ihn interessiert hatte.
Doch er war ohne sie zurückgekehrt. Und wirkte wütend, genervt und irgendwie doch traurig.

Natürlich ging es Nightsoul darum, Momna und Moira einander bekannt zu machen. (Momna und Moira...? Mona und Mira, die Namen würde er ihnen von nun an geben!)
Aber anderseits war der Rappe durchaus daran interessiert, Alessio zu verletzen, irgendwelche Emotionen in dem Hengst auszulösen. Das breite Lächeln unterstrich dies in einem diabolischen Sinne, während Nightsoul geduldig auf die Reaktion seines Gegenübers wartete.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Nov 29, 2010 2:49 pm

Cio bemerkte, dass Night interessiert zu sein schien, was mit den beiden war. Er sah ihn wütend an, als es heraus kam, dass er sie zu Momna Moana führen sollte. Doch Nightsoul war der Leithengst, und es würde wahrscheinlich einiges klären, würden die beiden sich kennenlernen. Noch etwasmürrisch ging der Hengst voran.

Hierentlang...

Der Hengst wollte gerade die Richtung einschlagen, als ihm etwas auffiel.

Perfekt...Ich wollte ja eh nur ungern mitkommen...Da...

Er deutete auf die Spuren im Schnee.

Die Spuren zeigen den Weg noch deutlich...Viel Spaß...bei der Verrückten.

Dann drehte Cio sich weg, und ging wieder zu dem neuen Hengst und Fireheart.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Di Nov 30, 2010 5:53 pm

Nightsoul folgte Cio wie ein braves Lamm. Als der braune Hengst auf die Hufspuren wies und davon ging, entfuhr dem Rappen ein leises Schnauben, gefolgt von einem glockenhellen, melodischen Wiehren. Ach, was war er nur für ein Schauspieler. Wieder mit diesem breiten Grinsen auf dem Gesicht trabte Night Alessio hinterher. Als dieser bei Fireheart und diesem Samaritano stehen blieb, stupste der schwarze Hengst den Braunen mit den Nüstern an.

"Alessio! Du bist noch nicht fertig! Das vorhin war keine Frage, sondern ein Befehl! Los schon, bring mich persönlich zu dieser Verrückten! Und du, Moira Modesta Solina, kommst natürlich mit! Los!"

Nightsouls Stimme war hart und glatt wie Eis und ebenso fühlte sich sein Huf an, der nun auffordernd, und keinen Wiederspruch zulassend, Cios Flanke streifte.
Dann schob Night den hengst und Mira, wie er die neue ja nennen wollte, ungeduldig vor sich her, bis dahin, wo Alessio Nightsoul auf die Spuren verwiesen hatte.

"Und nun komm schon, du Faulpelz! Führ uns zu der Verrückten! Viel Spaß!"

Er schubste den Braunen nach vorn und wartete mit zusammengekniffenen Augen. Das könnte dem so passen!
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Dez 18, 2010 11:21 pm

Kurz nachdem Momna Cio vertrieben hatte blieb sie stehen. Nun hast du es also geschafft! dachte sie, wütend auf sich selbst und mit einem neuen Anfall von Selbsthass. Der einzige der sich auch nur annähernd für sie interessiert hatte, ohne sie weiter zu verletzen, den hatte sie angeschrien und klein gemacht als habe er ihr was antun wollen. Aber sie konnte doch nicht freundlich zu Hengsten sein, nach allem was sie ihr angetan hatten! Nachdem Hengste in ihr Leben gekommen waren und es völlig zerstört hatten, um sie danach zu verspotten. Ach was war sie nur für ein erbärmliches, elendes Geschöpf. Unfähig zu verzeihen, verrannt im Selbsthass und ohne Ahnung was sie mit dem Leben anfangen sollte, außer ihm ein Ende zu bereiten. Verdammt, jetzt fing sie auch noch an zu heulen. Tränen rannen ihre Wangen hinunter und das nicht grade knapp. Es war als hätte man in eine gewaltige unsichtbare Staumauer ein Loch gestochen, und nun drängte mit aller Macht das Wasser durch das schnell größer werdende Loch vor die Staumauer. Mit Tränenschleiern vor ihren Augen taumelte und stolperte sie vorwärts. Immer wieder fiel sie in den Schnee, jedes Mal stand sie holperig auf, stolperte weiter. Weg nur weg von hier. Sie schluchzte, die Welt um sie herum schien sich im Kreis zu drehen. War sie auf der Welt um verletzt zu werden? War sie denn schuld an allem Elend auf der Welt? Und würde sie die Welt erlösen wenn sie jetzt starb? Was hatte sie getan, dass die Welt sie so bestrafte? Momna blieb an mehreren Ästen hängen, kratzte ihre kaum verheilten Wunden wieder auf und spürte es noch nicht einmal. Es war als würde sie sich in einer riesigen Wattewolke befinden, die ihre sinne und ihren Verstand umnebelte. Momna hinterlies rote Tränen im Schnee, während ihr salzige, echte über die Wangen liefen. Momnas Denken setzte aus, sie lief intuitiv weiter. Und ihre Intuition führte sie an den Rand einer Klippe.

Dort stand sie da, heftig schluchzend, blutend und ohne jeglichen Orientierungssinn. Sie fühlte sich schuldig an allem Elend der Welt. Ohne jegliche Emotionen starrte sie die Klippe hinab. Der rotgeweinte Schnee zog eine lange Spur doch sie schaute nicht zurück. Noch ein Schritt, zwei Hufe nach vorne, dann ist es vollbracht, flüsterten Dämonen in ihrem Kopf. Dreh um und lauf zurück, du weißt nicht was nach deinem Tod passiert, sagte ihr Verstand. Aber wer hört schon auf seinen Verstand, wenn er 1 Schritt vor dem Tod steht? fragte Momna sich. Und wer hört auf irgendwelche Dämonen wenn er kurz vor dem Selbstmord steht? dachte sie weiter? Sie war verwirrt, irgendwie fremd in dieser Welt. Sie schluchzte noch immer völlig apatisch. Auch insgesamt gab sie einen erbärmlichen Anblick ab. Ihr stumpfes, glanzloses, blutverschmiertes Fell, die Augen glanzlos und die Wangen voller Tränen und die Hufe nur Zentimeter vor dem Abgrund. Momna schloss die Augen aber sie blieb statuenmäßig stehen. Ihr Anblick war das reinste Mahnmal für Außenstehende. Es war als würde jemand den Betrachter anschreien "Pass auf dich auf! Wenn du nicht aufmerksam genug bist, und Pech hast im Leben dann siehst du einmal genauso aus!" Genau in diesem Moment wurde Momna vollständig schwindelig. Es war als würde sie und ihr Bewusstsein in eine völlig tiefe Schwärze stürzen. Ob sie die Klippe hinunterfiel oder nur hart auf dem Boden aufschlug wusste sie nicht. Es war eine Art schwarzes Loch, dass sämtliche Gedanken in sich aufsog. Aber es war irgendwie so angenehm, nichts mehr zu denken. Es war eine Art federleichte Leere die sie umfing. Ohne lästige Gedanken der Schuld, ohne Elend. Dann ein gleißend helles Licht. Geblendet wich sie zurück, immer weiter in die finsternis hinein, wo das Licht und alles erträglicher wurde.


((Momna ist nicht die Klippe runtergestürzt sondern in sich zusammengebrochen, in eine Art Koma. Das Licht ist eine Einbildung, die sie aus ihrer Bewusstlosigkeit zurückholen will. Doch sie "zieht sich zurück" also bleibt in dieser "Scheinwelt"))
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Dez 18, 2010 11:45 pm

(wieder neuer Beitrag wegen der Länge))

hinter Moiras glatter, schöner Stirn arbeitete wieder alles. Äußerlich hatte sie ein höfliches, distanziertes Lächeln aufgesetzt, ihre bequeme, perfekt sitzende Maske. Die Hengste sprachen nicht besonders positiv über sie. Irgendetwas außergewöhnliches war an ihr. Und, dafür hätte Moira ihr Leben gewettet, das war nichts positives. Dieser Leithengst wusste wohl auch nicht recht wer er war. Einmal der freundliche, fast sympatische Kerl, dann wieder der Idiotische, masochischte Idiot. Nun wenn er Konflikte mit sich selber hatte, war das nicht ihr Problem. Und dieser andere Hengst. Armer Kerl. Er war wohl Momna begegnet und nun sah er wirklich alles andere als glücklich aus. Ob er Momna genau kannte und etwas für sie empfand? Jedenfalls schien sie ihn ziemlich verletzt zu haben so, dass er nicht mehr mit zu ihr wollte. Nun sie selber war ja gespannt was aus Momna, ihrer Zwillingsschwester geworden war. Aber wenn sie auf ihre gut ausgepärgte Intuition hörte so wusste sie bereits, dass Momna alles andere als eine fröhliche, durchschnittliche Stute war. Der Leithengst musste sie nun nicht mehr schubsen, das hatte sie sowieso nur geduldet, weil er eben höher gestellt war als sie, sie tänzelte auf der Stelle, bis dieser braune Hengst, mit dem sie Mitleid hatte, mal vorne weg lief. Moira atmete tief durch, versuchte sich zu beruhigen. Keine Nervosität aufkommen lassen, Ruhe bewahren. Tief ein und ausatmen, auf eine ruhige Stelle schauen, langsam zur Ruhe kommen. Sie dachte nicht mehr über diese Schritte nach, sie waren mechanisch. Zu lange hatte man sie ihr eingebläut, als dass sie noch darüber nachdenken musste. Und so stand sie kurz darauf wieder ruhig, als wäre nie etwas gewesen. Sie konnte ja nicht wissen, dass sie dabei genau den selben, statuenhaften Stand hatte wie Momna ihn immer zu stehen pflegte. Ihre Seele war bereits auf der gedanklichen Reise nach Momna. Wenn es wirklich ihre Zwillingsschwester war, dann waren sie auch geistig verwandt. Und verwandte Seelen spürten sich über größere Entfernungen, so hatte man es ihr jedenfalls gesagt. Scheinbar ruhig schaute sie wieder nach dem Braunen und dem Leithengst. wie lange würden die denn noch brauchen, bis sie es schafften loszulaufen? dachte sie leicht genervt. sie würde gleich vorauslaufen, denn sie war sich sicher, Momna auch ohne die Hilfe dieser Hengste zu finden. Sie lief etwa eine Pferdelänge nach vorne und blieb dann dort stehen.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Dez 19, 2010 11:45 am

(Keine Lust mich als Cio anzumelden^^
ach...Momna, ich dachte du weißt nix von deiner Zwillingsschwester!)

Alessio ging mürrisch los. Innerlich wehrte er sich, doch äußerlich wurde er von der Herde geschoben, und von der Stute Momna gezogen. Er konnte nichts machen. Eine Weile lief er nun schon, ohne anzuhalten. In der Ferne nahm er den Geruch auf.

Da entlang! Nicht mehr weit.

Er ging ein wenig zur Seite, und ließ Night den Vortritt.
Er wendete sich nun leicht ab, und blieb ruhig stehen.
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