Pferde des Windes

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 1.Kapitel -> Mitten im Winter...

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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Fr Mai 14, 2010 11:57 am

Nightsoul sah den hengst auf sich zukommen, doch er blieb stehen. Er spürte keinen Schmerz, denn er fühlte, wie etwas Altes von ihm zurückkehrte. Er wusste, was zu tun war. Hatte er auch noch nie gegen so einen Riesen und Mörder gekämpft, zu vergleichen nur mit Akas Meelen, so fühlte er sich stärker denn je. Denn er wusste, dass er auch aufhören konnte. Dass er nicht von der selben Wut und dem Drang des Tötens getrieben wurde wie der Dämon vor ihm.
Das war nicht er, das war schlimmer.
Night spürte, wie er gebissen wurde, doch er beharrte an seinem Platz, bis er gegen die Körpermasse des anderen Hengstes verlor. Er biss und schlug mit den Hufen, aber der Fremde war nun bei der Stute angelangt. Er donnerte auf sie, und Nightsoul spürte einfach nur Hass und Verachtung für diesesn Mörder- und doch Mitleid. Er war besessen, wollte töten.
Night kannte das. Und jetzt wusste er, wie er sein vorheriges Leben ebenfalls verachtete.
Mit einem scharfen Wiehren stürzte er sich wieder auf den Hengst. Er bearbeitete ihn mit seinen Hufen und konnte ihn schließlich von der Stute lösen.

"Lauf, wenn du kannst!"

keuchte er, während er den Hengst in den Hals biss.

"Lauf dahin, wo ich herkam, da sind zwei Stuten, die können dir helfen..."

Nightsoul erkannte seinen Fehler. Er biss fester zu und spürte das warme Blut seinen eigenen Hals hinunterrinnen.
Wenn er diesen Hengst nicht tötete, waren auch White Hate und-Ley in Gefahr. Nightsoul ließ den Hengst kurz los und verpasste ihm einen Tritt in der Seite.
Was auch immer dieser Hengst dachte- er war kein Schwächling, er konnte kämpfen. Er konnte töten. Und er würde töten!
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Fr Mai 14, 2010 5:31 pm

In Leya´s Ohren trommelten Nightsouls Worte. Sie blieb apruppt stehen.

Stopp Whitely. Night weiß was er tut...Wir bleiben, und warten.

Ley sah sich um. Sie waren zwar tief im Wald, und doch auf einer kleinen Lichtung. Ley war ein wenig verärgert. Sie sah den Flockenfall von oben.

Na super. Da hat sich Night ja mal wieder den besten Platz zum Warten ausgesucht...eine Lichtung. Der Schneefall nimmt immer stärker zu. Wenn wir noch lange hier stehen, sind wir bald Schneemänner.

Ley lächelte Whitely an. Sie wusste, dass irgendetwas nicht stimmte...doch trotzdem versuchte sie gute Laune bei Whitely, und sogar sich selbst zu verbreiten.

Wenn wir schon warten müssen, wird es das beste sein, wenn wir ein wenig an die Seite gehen...

Leya schüttelte sich kräftig, und trat einen Schritt tiefer in das Gestrüpp und die Bäume. Sie freute sich zwar, dass es nun wärmer war, aber ihre Miene verzog sich wieder wenn sie an Night´s Worte denkte.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Fr Mai 14, 2010 6:31 pm

Voller Wut und Verachtung stach sein rabenschwarzer Blick nach Nightsoul, schien ihn damit regelrecht aufzuspießen. Doch der Hengst hatte einen Fehler getan und es auch bemerkt. Ein diabolisches, selbstgefälliges Grinsen stahl sich auf die Züge des wilden Rappen, eiskalt und potenziell tödlich. Oh, wie er dies liebte, es gab keine konkrete Beschreibung dafür und eben dieses unbeschreibliche Gefühl gab dem Hengst die Möglichkeit, über Leben und Tod zu entscheiden. Nicht, dass er je daran gedacht hätte, Gott zu spielen, doch es hatte etwas für sich, einem vollkommen verängstigen Fohlen den Tod zu bringen und einem vollkommen geschlagenen Hengst den Schädel zu zertrümmern. Wild schnaubend, die Augen verdrehend und sich aufbäumend, schlug er nun seinerseits in wilder Raserei nach jenem Rappen, der ihm den Weg zu zwei weiteren Opfern gegeben hatte. Die harten Hufe flogen zischend durch die Luft und auch wenn die Bisse des fremden Hengstes brannten, genoss Satan doch eben dieses Gefühl. Denn dieses Gefühl ließ ihn zu Höchstleistung auffahren, zu jenem Monstrum werden, welches so vielen bereits den Tod gebracht hatte und nun umso geängstigt wurde. Man sollte wohl ein neues Wort einführen, denn die Grausamkeit, die der Hüne verkörperte, schien kaum mehr zu fassen zu sein. Hatte der kleine Grünschnabel ihn auch von der braunen Stute abbringen können, umso heftiger ließ er nun seinen Schädel auf den des Fremden zurauschen. Das Geräusch, welches ertönte, klang alles andere als wirklich gut, doch Sonticus war ohnehin ein rücksichtsloser Kämpfer. Ohne sich noch weiter um den Schwarzen zu kümmern warf er seine Hinterhand herum, spürte noch, wie er den Hengst streifte - oder war es lediglich ein Baum? - und jagte der Braunen hinter her.
Im wilden Galopp sprengte er der Stute hinter her, das Blut, welches sich langsam einen Weg über seine breite Brust bahnte, ignorierend, ebenso wie das Brennen der Bisswunden im Hals und der Trittstelle in Flanke und Bauch, wobei der Fremde ihm das Letze bezahlen würde. Der Hass loderte wild in den Augen Satan´s auf und er griff weiter aus, witterte bereits die ahnungslosen Stuten, welche gewiss gleich Gesellschaft bekommen würden. Welche jedoch nicht mehr allzu lange leben würde! Dafür würde Sonticus sorgen.
In wilden Bocksprüngen bahnte er sich rücksichtslos einen Weg durch den Wald, bemerkte den sanften Schneefall anfangs nicht und rauschte einfach weiter. Dann endlich sah er die auffällig weiße Stute neben einer etwas kräftiger gebauten Braunen. Wo war die dritte Stute hin? Doch in Anbetracht der Tatsache, dass Leya und White Hate ihm nun genügen mussten, stahl sich ein kaltes, mörderisches Funkeln in seine Augen.

»Schönen Tag, die Damen.«

meinte er leise, ob nun gehört oder ungehört war eigentlich unwichtig. Jedenfalls für ihn. Denn die Stuten hätten ohnehin nicht mehr lange zu Leben und dann würde er sich dieser kleinen Kakerlake annehmen, die es gewagt hatte, sich gegen ihn zu richten! Zornig schnaubte er aus, beinahe schienen die Dampfwolken sichtbar und die tellergroßen Hufe des Hengstes donnerten weiter auf den Erdboden. Ungeachtet dessen, dass ihm Zweige, Äste und allerlei andere Dinge entgegen schlugen, einzelne, oberflächliche Wunden in die rabenschwarze Haut rissen, stürmte er weiter auf die zwei Stuten zu. Biss, schlug aus und war der Teufel in Person. Oder auch einfach Sonticus.


[Ziehen wir Amaterasu nun mit oder wird sie vorerst weggespielt?]
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Fr Mai 14, 2010 7:25 pm

[Amaterasu ist meine beste Freundin, und zurzeit in England. Ich sage ihr bescheid, sobald sie wieder da ist!!]
Leya spürte die Gefahr, die immer näher rückte. das gleiche Gefühl, als Nightsoul damals erbarmungslos auf sie zukam. Voller Mordbegier. Sie dachte zurück. Wie stark sie zu diesem Zeitpunkt gewesen war. So übermütig. Sie konnte damals die Situation nicht einschätzen. Jetzt konnte sie es sehr genau. Sie wusste eine falsche Bewegung oder ein falsches Wort, sogar ein falscher Blick oder ein falscher Ton konnten ihren Tod bedeuten.
Aufeinmal stand der Hengst direkt vor der braunen Stute. Sie sah den Blick, und wusste bescheid, dass sie mit dem Mordgefühl des Hengstes recht zu haben schien...nein, recht haben musste. Sein finsterer Blick.
In Ley´s Augen gab es nun nur noch zwei Dinge die wichtig waren...
Nightsoul und die anderen Stuten.

Wo ist Nightsoul??

Leya wollte es wissen. Sie übernahm sich und trat dem Hengst mutig gegenüber.

Wo ist Nightsoul?? Was hast du mit ihm gemacht?? Und warum hälst du es nicht besser von hier zu verschwinden??

Sie schrie den Hengst, den sie in diesen Augenblicken als total widerwärtig empfand, so sehr an, dass sie hätte explodieren können vor Wut.
Sie wusste, dass nichts mehr sie retten konnte, und deswegen war ihr nun so vieles egal. Sie drehte sich schnell zu Whitely um.

Verschwinde von hier. Tiefer in den Wald!! SCHNELL!!!!!!!!!

In ihren Gedanken war ein riesiges Chaos...

Nun lauf doch endlich...
Wo ist Nightsoul?
Was hat dieser widerwärtige Hengst mit ihm gemacht?
Wie lange werde ich noch leben??


Zuletzt von Leya am Sa Mai 15, 2010 9:50 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Fr Mai 14, 2010 8:10 pm

Alessio trabte durch die Gegend. Allein. Er wäre viel lieber in Gesellschaft. Der Schneefall deckte ihn ein. Es kam ein starker Wind auf. Cio trabte am Rand eines großen Waldstücks entlang. Er war voller Energie, und doch müde. Er war es leid alleine zu sein. Er wollte eine neue Herde als Unterkunft finden. Auf einmal brauste ein so heftiger Sturm auf, das Cio es vorzog in den Wald zu gehen. Da, dachte er, wäre seine einzige Chance geplatzt auf andere zu treffen. Im Wald hatte man keine Übersicht mehr. Auf einmal stieg ihm der scharfe Geruch von Pferden, und von Kräutern in die Nase. Er gallopierte nun los, obwohl er das eiggentlich gar nicht mochte. Aber er wollte andere treffen, sich unterhalten, sich ausruhen. Nach ein paar hundert Metern blieb er entsetzt und bemitleidenswert stehen. Keine Pferde...nur eine Kuhle voller Heilkräuter. Doch er wollte sich damit keineswegs zufrieden geben. So suchte er nach der Fährte von Pferden und fand sie auch bald. Auf einmal sah er etwas entfernt 3 Stuten gegenüber von einem Hengst, der auf sie zubrauste. Er hörte die zornigen Worte der Stute, und sah, wie sie gebissen wurden. Das reichte ihm. Er mischte sich ein, indem er auf die Pferde zustürmte. Er drückte den Hengst zurück, weg von der Stute. Er stellte sich auf ihre Seite. Nachdem er die Worte hörte war das für ihn eindeutig.
Er blickte den Hengst voller Haß an. Er biss ihn, trat ihn mit den Hufen und brachte ihn auf den Waldboden. Er konnte das nicht weiter mit ansehen.

Entschuldige, wenn ich mich einmische, aber wer bist du??
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Mai 15, 2010 9:37 am

White Hate blieb im selben Moment wie Leya stehen. Sie lauschte in den Wald und hörte nicht Leyas Worten zu.

Er hätte nichts gesagt, wenn nichts absolut Schlimmes los wäre!

flüsterte sie ängstlich. Plötzlich erklangen die geräusche des Kampfes. Whitely kannte sie noch gut genug.

Er ist in Gefahr!

wiehrte sie.

Schnell, zurück!

Plötzlich stürmte ein schwarzer Hengst auf sie zu. Nicht Nightsoul, auch wenn er eine gewisse Ähnlichkeit mit diesem hatte. Er war größer, stärker...
Doch wo war Night?!
Der Fremde galoppierte auf sie zu und White Hate spürte Schmerzen und Blut, dass ihr schneeweißes Fell verschmutzte.

Was hast du mit ihm gemacht? Wo ist Nightsoul?

keuschte sie, während sie sich verzweifelt wehrte. Doch war der Hengst stark- zu stark. Ray konnte einfach nur ausweichen und etwas von dem Schwarzen entfernt in sich zusammensinken. Hilflos sah sie zu, wie der Fremde weiter auf Leya einschlug.
Doch plötzlich näherte sich ein weiterer Hengst, der Sonticus prompt zurückdrängte. Ray hörte seine Frage und antwortete:

Schnell! Er will uns töten! Mein Bruder... eine fremde Stute...sie sind weiter hinten...

Whitely mühte sich auf die Beine und humpelte zu einer moosbewachsenen Stelle. Sie nahm so viel der Kräuter, wie sie konnte, in ihr Maul. Hoffentlich konnte der Hengst den schwarzen Dämon aufhalten, damit sie sich um Leya kümmern konnte und dann die fremde Stute und ihren bruder suchen konnte.
Noch nie war ihr so wichtig gewesen, ihn zu finden. Er hatte sie tatsächlich verteidigt!
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Mai 15, 2010 9:57 am

Ley spürte Schmerzen. Immer tiefer wurden ihre Wunden. Das Blut lief an ihrem Hals, an ihren Beinen, überall am Körper herunter. Sie fühlte jede Brise tief unter ihrer Haut. Sie rutschte in sich zusammen. Sie versuchte sich zu halten.

Such die anderen beiden, verschwinde mit ihnen, rettet euch.

Sie warf einen kurzen, flüchtigen Blick auf Whitely.

Schnell! Nehme die Kräuter mit...

Ley sah nun auf den anderen mutigen Hengst. Sie verdankte ihm wahrscheinlich das Leben!
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Mai 15, 2010 10:03 am

Nightsoul hatte die volle Wut des fremden Rappen auf sich geladen. Doch wurde diese anscheinend schnell verdrängt, als auch der Teufel vor ihm seinen Fehler bemerkte. Erneut raste der Andere auf ihn zu und ihre Schädel knirschten, als sie gegeneinander prallten.
Dem fremden Hengst schien es nichts auszumachen. Doch Nightsoul schon. Er war nun leider der Kleinere. Nocheinmal streifte der Fremde ihn, bevor Night langsam zu Boden ging. Vor seinen Augen verschwamm alles, und er hörte nichts mehr. Langsam schloss er die Augen, spürte noch, wie das Blut aus einer Wunde an seiner Stirn langsam zu Boden rann. Schwerfällig nur atmete er, während er an Leya dachte.

LEYA!

Mit einem Schlag war Night hellwach. Er kam auif die Beine, und sein Kopf schmerzte dabei, aber das war dem Hengst egal. Er stand sicher auf den Beinen, anscheinend hatte doch nur sein Kopf gelitten. Kurz sah er sich nach der fremden Stute um, erleichtert bemerkte er, dass das Teufelspferd von ihm abgelassen haben musste, denn er entdeckte ihren Körper nicht, vielleicht aber war er einfach zu aufgeregt, um sie zu bemerken. Schnell galoppierte er zu dem Ort, wo er die beiden zurückgelassen hatte. Sein Kopf schmerzte kaum noch, auch wenn das Blut seine Stirn noch hinunterrann und ihm teilweise beim Sehen störte. Und da war er, Hate lag am Boden, er bei Leya, mit einem anderen Hengst, der ihn zurückdrängte.
Night lachte, als er die Frage des Braunen hörte, und blieb stehen. Es war ein grausames Lachen.

Wozu nutzt es uns, zu wissen, wer das ist, wenn wir ihn töten?

Er hatte, als er zu ihr geeilt war, Leyas Worte zu dem Teufelspferd gehört. Er blickte zu ihr.

Hast Glück gehabt, das dieser Gentleman schneller war als ich- sonst wärst du Knochenbrei!

Die Worte klangen hart, und doch lag etwas Liebevolles, erleichtertes in Nights Stimme. Doch nun galoppierte er wieder, auf das Teufelspferd zu. Bis jetzt schien der Braune es in Schach halten zu können, aber das reichte Night natürlich nicht. Er bremste erst kurz vor Sonticus warf seine Hufe in die Luft und trümmerte auf dessen Rücken, bevor er ihm wild in die Flanke biss. Nichts konnte ihn mehr aufhalten!
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Mai 15, 2010 10:12 am

Leya spürte auf einmal Freude in ihr. Das war es!! Sie sah Night.

Night!!!!! Zum Glück.

Sie sah ihn an.

Was ist mit der anderen Stute passiert??

Ley blickte sich verwirrt um.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Mai 15, 2010 10:23 am

Alessio drückte den Hengst weiter nach unten.
Er blickte sich kurz um.

Wie heißen sie eiggentlich, meine Damen??

Cio merkte, dass ein Hengst sich zu ihnen gesellte.

Und mit welchem Hengst habe ich die Ehre?

Cio stieß den Hengst noch weiter.

Sie haben also vor ihn zu töten?? Da ich nicht die Umstände kenne halte ich mich...

Cio ließ ein wenig nach...

...zurück. Die Ehre überlaße ich euch...
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Sa Mai 15, 2010 10:33 am

Nightsoul antwortete keinem der beiden, weder Ley noch Alessio. Er hatte keine Zeit dazu. Endlich ließ der Braune das Teufelpferd los und Nightsoul schubste ihn grob weg. Dann sah er mit hasserfüllten Augen zu dem anderen Rappen.

Wir waren noch nicht fertig!

begann er, teuflisch lachend, wieder gepackt von jenem Fieber, zu töten, doch diesmal ging es nur um diesen Hengst. Er wollte nicht irgendjemanden töten, er wollte diesen Hengst töten!
Nightsoul, der Leithengst der Pferde des Windes, verschwand und nun wurde er zu Nightsoul, dem Kämpfer der Nacht, dem Mitglied der Herde der Kämpfer der Dunkelheit.

[ja, kurz und unkreativ, aber mehr ist mir nicht eigefallen]
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Mai 16, 2010 12:05 pm

Whitely sah entsetzt, wie Leya fast zusammenbrach und nur durch den Braunen gerettet wurde. Sie fragte sich, wie lange dieser wohl durchhalten würde, und antwortete stockend:

Ich... lass dich nicht zurück... komm... das Moos wird erstmal die Blutung stillen... wir müssen zurück... die Kuhle...

Keuchend stand White Hate da und sah zu Leya und dem Braunen. Sollten sie ihn wirklich mit dem Rappen allein lassen? Die Schimmelstute schüttelte verzweifelt den Kopf. Plötzlich stürmte ein weiteres Pferd zum Kampfplatz. Es war Nightsoul! Rays Bruder achtete nicht weiter auf sie, sondern antwortete spottend auf die Frage des Braunen.

Er hat uns immerhin das Leben gerettet!

rief Whitely, während sie misstrauisch zu Sonticus sah, immer auf der Hut.
Doch Night kümmerte sich nicht weiter um die Stuten, sondern schlug auf das Dämonenpferd ein. Dann wich auch der Braune zurück und nun konnte der fremde Rappe sich sicher befreien. Beunruhigt sah Whitely eine große Wunde an Nights Stirn, und in seinen Augen brannte das Fieber, zu töten.
Alles schien offen zu sein. Wer würde siegen?
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Mai 17, 2010 3:59 pm

Mit kalten Augen, aus denen Satan höchstpersönlich zu blicken schien, versenkte er jeden, der es wagte, den Blick gegen ihn zu erheben. Das Prasseln der Hufe, die Bisse, all jene kümmerlichen versuche gegen ihn anzukommen bemerkte er, gewiss, gewiss, wer würde es nicht bemerken? Doch entgegen jeder erdenklichen Wesensart genoss er das Gefühl des Schmerzes, welcher durch seinen Körper schoss, das Adrenalin durch die Venen jagte und ihn selbst in höchste Kampfbereitschaft brachte. Wild brach jenes Feuer aus ihm hervor, welches bis dahin so tunlichst verdrängt worden war, aus dem Hintergedanken heraus, womöglich doch einen Nutzen in dieser kleinen Ansammlung zu sehen. Dem Anschein nach schien dieser Nutzen jedoch lediglich darin zu bestehen, sich von ihm töten zu lassen. Oder eben dem unvermeidlichen entgegen zu treten: einem Kampf auf Leben und Tod.
Man sah dem Hengst an, dass er bereit wäre, über Leichen zu gehen, zudem er sich den eigenen Schmerz zunutze machte, in einer beinahe krankhaften Art und Weise. Er nährte und zehrte von jenem Schmerz, spürte die Muskeln unter dem kurzen Fell unruhig spielen und sich immer fester anspannen. Wild scharrte er aus, warf somit einen Großteil des Schnees, der unter seinen tellergroßen Hufen lag, auf und ignorierte die beißende Kälte, als diese auf die einzelnen, offenen Wunden traf. Ein dämonischer Glanz trat in die schwarzen Augen des Rappen, ließ ihn beinahe noch größer werden und schlussendlich - obgleich er körperlich noch immer der größte war - selbst geistig ein wahrhafter Hüne sein. Mit einem Mal schoss er nach vorn, ein kurzer Seitenblick auf die Braune und die Weiße und ein kurzer Blick auf den Rappen genügte, den er nun mit voller Wucht - und voller Körpermasse - traf und Sonticus wusste, er würde siegen. Denn ihm waren zwei Dinge zu Eigen, bei denen selbst der geschickteste Kämpfer das Nachsehen haben würde: eine beinahe krankhafte Beobachtungsgabe, die selbst das kleinste Detail wahrnahm, was einem solchen Kampfkoloss wie er war war gewiss nicht häufig zu Eigen sein würde und zudem ein großes Talent der Schauspielkunst. Kurz, bevor er nach dem Wenden nun wieder in Nightsoul hinein lief, um diesen zu rammen, Sonticus war sich beinahe hundertprozentig sicher, dass er bereits zum Gegenangriff angesetzt hatte, doch der Schein mochte ebenso trügen, rammten sich die harten Tellerhufe nochmals in den leicht gefrorenen Erdboden, wirbelten Schnee, Eis, Erde und einzelne Exkremente vergangener Tiere auf und brachten den hünenhaften Leib zum Stehen. Mit einem Mal wirkte er weitaus gefährlicher als zuvor, was jedoch auch an dem Ausdruck seiner zuvor so leblos wirkenden Augen sein konnte. Die Stimme, dunkel, rau und gefährlich, erklang beinahe wie die eines Dämons und schien wohl dieselbe Wirkung hervor zurufen. Entsetzliches Erschauern. Doch womöglich lag dies auch an der Bitschaft seiner Worte, denn eines wusste Sonticus: mochten sie denken, was sie wollten, doch hinter die fest sitzende Maskerade der Schauspielerei hatte niemand sehen können. Sie würden es ihm glauben, denn man nahm die vermeidliche Wahrheit in seiner Stimme wahr.

»Was daran liegen wird, dass meine Gemahlin mich nicht erkannte.«

War bislang noch unklar, wen genau er meinte, wendete er den massigen Kopf ein wenig und richtete den kalten Blick nun geradewegs auf die braune Stute Leya. Sonticus wusste, man würde ihm glauben, denn nicht nur, dass man somit endlich einen Grund gefunden zu haben schien, der erklärte, weshalb er so rasend war, nein. Man schien es geradwegs heraus zuhören. Man schien den verletzten Stolz zu hören, die zurückgewiesene Liebe, welche nie vorhanden war und man hörte ebenso den Hass, aus der Eifersucht resultierend. Jedenfalls würde man es hören, weil Sonticus ein Meister dieses Gebietes war. Er setzte einen gesichtsausdruck auf, der zwischen kalt und herzlich und verletzt und liebend wankte.

»Was gibt es grausameres für einen liebestrunkenen, stolzen Hengst, der seine Liebe zurück gewiesen sieht? Wenn er den neu erwählten Gemahl seiner einzig wahren Liebe sieht.«

Seine Worte waren mehr als überzeugend, sie schienen geradewegs aus dem nicht vorhandenen Herz zu stammen. Was damit er bezweckte, wusste einzig Sonticus, doch bezweifelte er, dass jemand seine gewiss grandios inszenierte Szene hinterfragen würde. Sie wären viel zu sehr geschockt von dem, was sie aufgenommen hatten. Und womöglich war dies auch der erste Schritt in seinen Plan hinein ...
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Mai 17, 2010 5:54 pm

Sanft schaukelnd tanzten die weißen Flocken vor dem dunklen Augenpaar, schienen dieses narren zu wollen und hatten doch keinen Erfolg. Die große, rabenschwarze Stute besah sich regungslos die eingeschneite Ebene, lauschte dem Klang ihres Herzen und ließ den Blick schweifen. Eine schwache Duftspur hatte ihr Interesse und ihre Vorsicht geweckt, nicht zuletzt dadurch bedingt, dass eine schmale, dunkelrote Blutspur den jungfräulichen Schnee benetze.

Estuvo aquí!*

Voller Hass schossen ihr diese Gedanken durch den Kopf, wütend schnaubte sie und rammte einen der beigefarbenen, großen Hufe in den gefrorenen Erdboden hinein. Nur war es nicht die Art der Dämmerung, sich anzukündigen, weshalb Crepúsculo einen passenden Augenblick abwartete, in welchem der Wind drehte und ihr nun die Gerüche der kleinen Herde entgegen wehte, nicht jedoch ihren zu der Herde. Sofern man sie nicht bereits gesehen hatte, würde es - wie die Dämmerung aus an sich hatte - einer Überraschung gleich kommen, stünde sie plötzlich in ihrer unmittelbaren Nähe.
Langsam setzte sich die große Stute in Bewegung, die langen Beine hoben sich in einem eleganten Trab und trugen sie regelrecht schwebend durch die Schneemassen. Es war gewiss alles andere als einfach, durch diese Schneewehen durchzupflügen, doch nichts war unmöglich.

Era imposible, pero trató el tonto. Y he aquí que lo logró. **

Immer rascher bewegte sie Stute sich, spürte die beißende Kälte immer mehr durch ihren mageren Leib dringen. Fuego hatte ihr stets viel von Spanien erzählt. Dem sonnigen Spanien. Den wunderschönen Spanien. Dem Spanien, wo die Chicas regelrecht überall waren und die Chicos sich nach ihnen verzehrten. Ein dunkles Seufzen entrang sich der Kehle der Stute, verstummte jedoch abrupt wieder. Sie durfte sich keine Schwäche leisten, denn das wäre ihr Ende. Mit stolz empor gerecktem Kopf trabte sie weiter, stets dem Geruch der Pferde und der Spur des Blutes hinter her. Immer dichter kam sie dem Wald und immer öfter ertappte sie sich dabei, wie sie hoffte, die Spuren würden daran vorbei führen. Hausten dort mehr Kreaturen als lediglich sechs Pferde, womöglich noch Bären, dann wäre ihr Rachezug an einer einfachen Banalität gescheitert. Nein, soweit durfte es nicht kommen. Also witterte sie nochmals prüfend in der Luft, sog tief die klare, jedoch schneidend kalte Luft ein und blies sie wieder aus. Nein, keinerlei Gefahr. Umso entschlossener betrat sie den dunklen Wald, wusste intuitiv, welche Richtung sie einzuschlagen hatte. Vor nicht allzu langer Zeit schienen hier gerade einmal drei Pferde entlang gelaufen, nun waren sie also angewachsen. Unter ihnen dieser Diablo!
Abrupt stoppte sie, lautlos und leise wie stets, eine majestätische Erscheinung. Es bedurfte seiner Zeit, ehe sie die Sprache wieder verstand und dann auch nur Bruchstückenhaft. Doch es gelang ihr festzustellen, dass ihr Bruder wieder einmal einen Kampf benötigt hatte, doch benötigte dies keinerlei Sprachenkenntnis, lediglich Beobachtungsgabe. Nun wölbte sich der Hals der stattlichen Stute, doch schnaubte sie vernehmlich, man sollte sich nicht erschrecken, stand sie nun im Rücken der Herde. Den deutlich ungeschütztesten Teil.

»Seid gegrüßt, Fremde.«

Dafür, dass sie seit knapp sieben Jahren kaum mehr diese Sprache gesprochen hatte, schlug sie sich ganz gut. Gewiss, man hörte den sonnigen Südstaatenakzent teilweise heraus, doch weshalb sollte sie sich ihrer Nationalität schämen. Doch als sie dem Blick Sonticus´ begegnete, versagte ihr die Möglichkeit, zu übersetzten. Voller unterdrücktem Zorn und mit der Anmut einer Königin fixierte sie ihren Bruder und zischte leise

»Entonces nos encontramos, pues, hermano.Larga, muy larga que he esperado y ahora finalmente está aquí!***«

Niemand würde dies verstehen, es sei denn, einer der hier Anwesenden verstünde ihre spanische Drohung. Jedoch war diese Wahrscheinlichkeit äußerst gering, zudem benötigte sie keinen Übersetzer, dies könnte sie gewiss selbst übernehmen.
Nun erinnerte sie sich jedoch auch an die restliche Herde, bemerkte ihre Unhöflichkeit und wandte sich nun den fünf anderen Pferden zu, in erster Linie jedoch gewiss Leya und Nightsoul. Ihr Deutsch schien ein wenig gebrochen, ab und an ersetzt durch einzelne Wortfetzen und doch verstand man, was sie zu sagen hatte ausgesprochen gut. Man schien ihr lediglich in die feurig glühenden Augen sehen zu müssen und bereits dann schien deutlich, was ihr Belang war

»Perdone señora. Verzeiht. Mir war es nicht ... permidio ... mir war es nicht erlaubt, so in Eure Angelegenheiten zu sprechen, doch bitte ich Euch,señora. Vergebt mir.
Él es mi hermano ... Er ist ... mein Bruder und vor langer Zeit ... brachte er meine Eltern um. Perdone señora.«


Ihre Stimme war kühl, jedoch respektvoll und höflich. Sie neigte beim Sprechen leicht den Kopf, eine deutliche Geste. Nun sprach sie lediglich Leya an, denn was den Leithengst betraf war sie sich momentan unsicher. Es war neu für sie, dass erwachsene Hengste in einer Herde waren, der Anschein schien zu bestätigen, dass alle drei Hengste die Herrschaft dieser Herde anfochten. Sie neigte majestätisch und elegant das Haupt, blickte dann jedoch unverwandt und mit der Kälte einer Königin auf Sonticus. Ihren Bruder.

* Er war hier!
** Es war unmöglich, doch der Narr versuchte es. Und siehe da, es glückte ihm.
*** Nun treffen wir uns also, Bruder. Lange, sehr lange habe ich darauf gewartet und nun ist es endlich soweit!


Zuletzt von Crepúsculo am Mo Mai 17, 2010 6:33 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Mai 17, 2010 6:18 pm

Immer wieder dieser pochende Schmerz in seiner Stirn. Alle anderen Bisse und Kratzer ließen Nightsoul kalt, aber die Stirnwunde machte ihm zu schaffen, auch wenn sie kaum mehr blutete. Der Kampf war wieder zu seiner vollen Blüte gewachsen und der Teufel sagte irgendetwas, was Night nicht verstand. Unaufhörlich schlug er auf den Hengst ein, ließ sich nicht mehr von seinen Tricks und Schauspielereien täuschen- Night war ebenso gut darin. Jahrelange Übung hatte ihm einst die Stärke eines Kämpfers der Dunkelheit gegeben, und er trug den Titel Kämpfer der Nacht nicht umsonst. Die Nacht war stets sein größter Trumpf gewesen. Und nun verschwand die Sonne langsam, aber sicher.
Nightsoul schnappte ein weiteres Mal zu, als er plötzlich wieder einen fremden Geruch wahrnahm, den einer Stute. Zunächst glaubte e, es wäre die Braune, doch dann hörte er sie sprechen und nahm sie näher wahr.
Es war definitiv nicht Jene. Es war seine Schwester! Und sie schien ihn zu hassen. Der Mörder ihrer Eltern also.
Nightsoul schnaubte dem Rappen verachtend zu, bevor er wieder biss.
Er hörte der fremden Stute weiter zu, während er unaufhörlich auf den Dämon einschlug und fühlte, wie seine pochende Stirn durch all die Kratzer und Bewegungen wieder zu bluten anfing. Als sie zuende gesprochen hatte, ließ Night erschöpft von dem Teufelspferd ab und trat einen Schritt beiseite.

Bitte, Stute, ich überlasse ihn Euch!

sagte er, während er immer noch mit hasserfüllten Augen zu Sonticus blickte. Dann ging er zu White Hate.

Hate!

sagte er trocken.

Tu bitte etwas auf meine Stirn, damit die Blutung aufhört.

Er sah gespannt auf die schwarzen Geschwister und wartete, was passieren würde.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Mai 17, 2010 6:57 pm

Blanker Hass ruhte in den glutvollen Augen der Rappstute, man schien ihn förmlich knistern zu hören. Es war keineswegs verwunderlich, denn Crepúsculo hatte regelrecht dabei gestanden, als er ihrer Mutter mit nur einem Streich den Kopf zertrümmert hatte. Als sie die Worte des Rappen hörte, der ihren Bruder angriff, sah sie kurz zu ihm und nickte hoheitsvoll. Kurz neigte sie nochmals den Kopf, doch dann fuhren ihre Ohren herum, richteten sich angespannt auf Nightsoul.

»La frente* ...«

entrang es sich ihrer Schnauze. Nun gab es kein Halt mehr, keine Barrikade mehr. Sie wollte endlich Rache, wollte endlich ihre geliebten Eltern in Frieden ruhen wissen, doch es würde nie so kommen, da machte Lunar sich keinerlei Hoffnungen. Sie wusste, was es bedeutete, einmal gemordet zu haben. Gerade, als sie einen Schritt auf ihren verhassten Bruder tat, hielt sie inne. Lauschte ihrer inneren Stimme, die ihr riet, Gnade vor recht gehen zu lassen, denn dies wäre Strafe genug für ihn. Nie zu wissen, weshalb sie ihn verschonte und weshalb sie ihm das Leben ließ. Zudem erhob sie sich somit regelrecht über ihn und seine Untaten, würde stets besser sein als er. Doch Crepúsculo konnte es nicht, wollte es nicht. Ihr Herz verlangte nach Rache und obgleich es grundsätzlich gegen ihre Natur war, machte sie noch einen ausholenden Schritt auf ihren anscheinend wartenden Bruder zu. Worauf wartete er? Darauf, dass sie dicht genug bei ihm stand, damit auch sie seinen harten Schädel zu spüren bekäme? Mühsam schluckte sie den Hass hinab, scharrte den Schnee mit einem der mächtigen Hufe hinfort und vergrub die Ohren regelrecht in der langen Mähne.
Die Stimme des Hengstes, der sich zurück zog, um ihr das Feld zu überlassen, drang zu ihr und nur langsam, wie im Nebel verstand sie die Worte, die er ihr gesagt hatte. Er hatte ihr das Ermorden des Bruders in die Hufe gelegt, wohl wissend, dass es sich danach verlangte. Sie wollte ihn unter ihren Hufen zertrümmert sehen, wollte ihn um sein leben winseln hören und doch wollte sie es nicht.

»No.No. Él no me quiere. Voy a castigarlo, como él vive.Esa será la tortura suficiente para él.**«

Ein letzter, feindselig funkelnder Blick traf ihn, dann drehte sie sich in einer eleganten Bewegung um und trat auf Nightsoul und White Hate zu. Sie nickte der weißen Stute kaum merklich zu, neigte respektvoll ihr Haupt, wirkte dabei jedoch ebenso anmutig und stolz wie die Königin der Nacht selbst. Kurz suchte sie nach den passenden Worten, dann jedoch fand sie diese endlich. Der Hass auf den Bruder jedoch war noch spürbar, verbrannte der Stute regelrecht das Fell, ohne wirklich sichtbar zu sein.

»Verzeiht, Fremder. Doch diablo ... Teufel ... wird besiegt, indem man ihm seinen Hass hingibt. Er wird ihn ... comido ... ah, perdone señor ... es wird ihn ... gegessen? ... es wird ihn gegessen haben. El diablo no es mucho más fuerte.***«

Sie warf einen vernichtenden Blick zurück auf Sonticus, überging ihn jedoch ab dort an die meiste Zeit. Dann und wann durchbohrten ihre Blicke den Rappen, doch zu mehr ließ sie sich nicht herab. Sie schnaubte aus, schüttelte den stolz getragenen Kopf und besah sich nun ebenfalls die Wunde an Nightsoul´s Stirn. Ein Beben rann ihr durch den Körper, diese Wunde, mochte sie noch so unscheinbar sein im Gegensatz zum gespaltenen Schädel ihrer Mutter, erinnerte sie eben an jenes Massaker vor einigen Jahren. Der Blick der Stute verdüsterte sich, wurde zunehmend kälter und schien die Konsistenz von gefrorenem Stahl zu besitzen. Sofern dies überhaupt noch möglich war.
Sie blickte nachdenklich in den Wald und beobachtete die Atemwolken, welche langsam aus ihren Nüstern empor stiegen und sich verflüchtigten. Nun richtete sie den Blick erneut auf Nightsoul, sprach jedoch so, dass jeder sich hätte angesprochen fühlen können. Es ersparte eine Menge Fragen, sofern auch jeder richtig zuhörte. Nicht selten hatten einzelne Probleme mit ihrem Namen. Ein Grund mehr, weshalb man sie schlicht Lunar nannte.

»Perdone, señoras y señores. Entschuldigt, ich stellte mich nicht vor. Crepúsculo mein Name, oder auch ... Dämmerung. Doch Lunar genügt ebenso.«

Noch immer blickte sie ihren Atemwolken nach, wirkte beinahe verträumt. Doch nur eine einzige Bemerkung und der messerscharfe Verstand der Stute würde sich wieder auf diesem Erdenrund befinden.


* Die Stirn ...
** Nein. Nein. Er ist nicht wie ich. Ich werde ihn bestrafen, indem er weiterlebt. Das wird Qual genug für ihn sein.
*** Der Teufel ist nicht mehr lange stark.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Mai 17, 2010 7:08 pm

Whitely sah dem Kampf mit halb geschlossenen Augen zu. Sie betrachtete den schwarzen Riesen und bei jedem Blick sah er gefährlicher aus. Ihr Bruder war schon schwer verwundet, odch auch der Dämon trug Wunden von dem Kampf, welche ihm jedoch noch mehr Kraft zu schenken schienen.
Plötzlich tauchte eine Rappstute auf der Lichtung auf. Sofort wusste Ray, dass es die Schwester dieses Teufels sein musste, und kurz darauf hörte sie es auch. Die Stute sprach mit Akzent, und zwischendurch mischte sich ihre Sprache mit einer White Hate Unbekannten. Doch soviel war klar: Die Stute hasste ihren Brude, Whitely erkannte es an ihren Worten, an ihrem Blick.
Nun kam Nightsoul zu ihr und die Weiße sah die große Wunde an seiner Stirn. Es sah schlimm aus.

Vorsicht, das könnte weh tun...

murmelte sie und ließ ihre Kräuter fallen, sammelte daraus einen Batzen Moos und drückte ihn auf Nights Wunde. Nach einer Weile wechselte sie den Moosklumpen und dann hatte die Blutung gestoppt. Die Schimmelstute kaute ein anderes Kraut gut durch und schmierte etwas von dem Saft auf die Wunde ihres Bruders.

Das gefällt ihm sicher nicht...

dachte sie ein wenig ängstlich. Bevor der Rappe weglaufen konnte, versorte sie kurz noch die schlimmsten seiner restlichen Wunden, dann schaute sie wie er gebannt zu dem Geschwisterpaar.

Bruder und Schwester wie wir... aber anders... so anders...

Die Reaktion von Lunar überraschte sie und sie warf einen Blick zu ihrem Bruder, bevor sie sich an die Stute wandte.

White Hate... oder einfach nur Whitely oder Ray...

murmelte sie.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Di Mai 18, 2010 2:52 pm

Anscheinend besaß der Hengst entweder nicht mehr oder nie genügend Verstand, um diese Botschaft aufzunehmen. Oder aber er war zerfressen vor Eifersucht und wollte diese in seinen Kampf hinein geben. Dem Anschein nach musste Sonticus wahrlich am Verstand dieses Hengstes zweifeln, denn er schlug noch immer wie vorher auf ihn ein. Ein blutiges Grinsen, kalt und hinterlistig stahl sich auf seine Züge und er wollte bereits ausholen, um dem Hengst endlich den finalen Schlag zukommen zu lassen, als etwas an sein Ohr drang. Es mochte das Trippeln kleiner Pfoten sein, welche näher kamen, aber irgendetwas sagte dem Rappen, dass ein weiteres Problem geradewegs auf seine Orgie zujagte. Ein genervtes Grollen entrang sich seiner Kehle und er schnappte nochmals seitlich nach Nightsoul, als dieser von ihm abließ. Dann jedoch stand eine nachtschwarze Stute vor ihm, fixierte ihn und er meinte seinen Vater darin wiedererkennen zu können. War soetwas überhaupt möglich oder handelte es sich unlängst um eine Illusion?
Inzwischen vom Kampf gelangweilt fiel es Sonticus keineswegs mehr schwer, von beiden Gegnern abzulassen, denn inzwischen fesselte ihn das Geheimnis um die fremde und doch bekannte Stute ihn regelrecht. Woher kannte er ihren Geruch nur? Die Art zu sprechen? Ihr Auftreten an sich? Dann und wann erinnerten ihre glutvollen Augen ihn an sich selbst, doch momentan war er für Nebensächlichkeiten und Belanglosigkeiten ohnehin nicht sehr offen. Doch als sie sprach, direkt mit ihm sprach, waren die vermeidlichen Antworten nur noch mehr Fragen, welche sie aufwarf. Spanisch? Sie sprach allen Ernstes Spanisch und sie kam ihm dennoch bekannt vor? Irgendetwas stimmte da ganz und gar nicht, Satan meinte bereits übergeschnappt zu sein, weil er niemandem hier getötet hatte. Oder aber schwerwiegend verletzt.

Wer bist du?

dachte er gereizt und der lange, pechschwarze Schweif zerschnitt die kalte Luft wie ein Messer. Anscheinend jedoch schien Nightsoul sie ebenfalls zu kennen, wobei er sie nicht direkt mit Namen ansprach, lediglich mit Stute. Grollend zogen sich die Brauen des Hengstes zusammen, ließen ihn umso gefährlicher wirken. Als sie dann jedoch zu einer Erklärung ansetzte, weiteten sich die schwarzen Augen des Hengstes unmerklich, dann stahl sich wieder ein boshafter Zug auf sein Gesicht.

»Oh, interessant. Wir sind also miteinander blutsverwandt, ja? Es freut dich sicher, mich zum Bruder zu haben, Schwester

Auch er hatte ihren Hass gegen ihn gespürt, doch im Gegensatz zu diesen Feiglingen schürte er lieber das Feuer, als es zu ersticken. Wo bliebe denn dann der Spaß? Er lachte trocken und regelrecht höhnisch auf, als die Stute einen Schritt auf ihn zumachte, sichtlich nervös und nur mit Mühen beherrscht. Er verlagerte das Gewicht auf einen der Hinterhuf, zog den anderen Huf zu sich heran und zeigte ihr somit mehr als deutlich, was er von ihrem kläglichen versuch hielt. Er hatte ihre Eltern umgebracht und nun ließ sie ihn leben? Oh, sie war erbärmlich, nein, falsch, sie war nicht einmal seine Schwester!
Als habe er dies laut und für jeden hörbar gesagt, lachte er spottend auf. Als sie jedoch zu einer Erklärung ansetzte, holpert und hin und wieder von Spanischen Wortfetzen durchzogen, schnaubte er vernehmlich - und abfällig. Was sie erzählte - schön und gut, Diablo traf zu, aber vom hass gegessen? Meinte sie vom Hass zerfressen, würde dies gewiss nie eintreten, denn er nährte sich von diesem hass seitdem er geboren war. Meinte sie tatsächlich gegessen würde Sonticus sie fragen müssen, wie genau sie sich dies vorstellte. Nein, nein! Kopfschüttelnd sah er zu ihr, beinahe schien er Mitleid zu heucheln, doch ersetzte diese Regung sich rasch durch Hohn und Spott.

»Dämmerung? Nun, diese ist unbeständig wie nichts dergleichen. Du wirst es noch bemerken. Ich meine ... sieh dich an. Verschonst deinen eigenen Bruder, obgleich er deine Eltern gnadenlos gemeuchelt und gequält hatte.«

Noch während er dies sagte, stahl sich ein dämonischer Glanz in die kalten Augen des Teufels und es schien ihm beinahe Vergnügen zu bereiten, ihr mitzuteilen, was sie unmöglich wissen konnte. Er würde ihr haarklein berichten, was er getan hatte, wie sie geschrien hatten, wie sie gefleht und gewimmert hatten. Der Glanz wurde zu einem Funkeln und man sah die Blutgier regelrecht darin. Mochte dieser Kampf beendet sein, aus Erinnerungen konnte er ebenso gut zehren. Wenn auch nicht sehr lang, soviel stand fest. Ein undurchschaubares Lächeln glitt über seine Züge und mit stolz erhobenem Kopf sah er auf seine Schwester hinab. Dämmerung. Es durfte interessant werden, wenn Gefahr auf Dämmerung traf. Bereits jetzt malte sich der Rappe diese blutige Szene in allen Einzelheiten aus und konnte es kaum erwarten, sie endlich zwischen die Hufe zu bekommen. Doch vorerst ... würde er sie studieren. Alle. Gnadenlos. Um dann zuzuschlagen.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Di Mai 18, 2010 5:35 pm

Nightsoul schnaubte seiner Schwester verächtlich zu, wöährend sie ihn versorgte. Als ob ihm das bisschen Schmerz wehtun würde! Tatsächlich brannte die Wunde ein wenig, aber das Pochen hörte auf, und nachdem der Rappe auch Hates Sabber-Kräuter auf der Stirn hatte, tat der Kopf nur noch normal weh, ohne irgendein Pochen. Diese Schmerzen aber waren nervig!
Mit gleichgültiger Miene ließ er auch die restlichen Wunden von der Schimmelstute verpflegen, während er Lunar zuhörte. Dann nickte er, auch wenn ein wenig Wut in ihm aufflammte. Sonticus beachtete er nicht, weder ihn noch seine Worte, doch er beobachtete ihn scharf aus den Augenwinkeln. Der Kerl scien wieder etwas Teuflisches vor zu haben.
Night wandte sich an Lunar.

Nun gut, tu, was du für richtig hältst. Leya

-Er deutete auf die braune Stute-

und ich haben so etwas wie eine Herde gegründet. Die Pferde des Windes. Und White Hate, meine Schwester hier, ist Heilerin. Du kannst bei uns bleiben, Crepúsculo, wenn du willst. Und du auch.

Night sah zu dem braunen Hengst, der Nigtsoul von Leya weggedrängt hatte.

Mein Name ist Nightsoul.

Nun drehte sich der Rappe zu seiner Schwester.

Gib mir ein Kraut gegen die Kopfschmerzen, wenn du was hast!

Er ging zu Leya. Am liebsten hätte der Rappe sie umschlungen, doch er hielt sich zurück. Noch war es zu früh. Also fragte er nur:

Alles in Ordnung, Ley?

Er machte einen Schritt auf sie zu und für ein paar Momente berührten sie sich. Irgendwo in Night fing es an zu kribbeln. Doch dann trat der Schwarze wieder zurück und sagte.

Ich suche die andere Stute.

Seine Worte waren trocken und gefühllos, und sein Gesicht zeigte keinerlei Ausdruck, dennoch sagte er die Worte auf seine Art zärtlich, als er zu Leya blickte. Dann machte er einen Schritt zu Alessio und flüsterte ihm zu:

Behalte ihn im Auge!

Nun ging der Hengst wieder zu seiner Schwester, um sich das Kraut abzuholen und dann die Stute zu suchen.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Do Mai 20, 2010 5:42 pm

Whitely beobachtete Lunars Bruder misstrauisch und ein wenig ängstlich. Schweigend gab sie Nightsoul schließlich die Kräuter.
Sie war erstaunt, aufrichtig erstaunt- er hatte Lunar und den braunen Hengst gefragt, ob sie der Herde beitreten wollten, und nun wollte er die andre Stute suchen- anstatt auszurasten, weil Lunar ihren Bruder nicht tötete, und das Dämonenpferd wieder anzugreifen.
Ja, er veränderte sich. Und auch sie tat es, ihr Groll gegen ihren Bruder erlosch langsam.
Als Night zwischen den Bäumen verschwunden war, ging sie auf den braunen Hengst zu.

Hallo, ich bin White Hate... oder einfach nur Ray oder Whitely... Bist du verwundet, soll ich dir Kräuter geben?

fragte sie freundlich lächelnd und auch ein wenig neugierig.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Fr Mai 28, 2010 5:16 pm

Der Kopf der Stute schnelle just in diesem Moment empor, als der Rappe seine raue Stimme erhob und sie mit einem boshaften Glanz in den Augen musterte. Sie sah regelrecht, was er dachte und doch konnte sie nicht verstehen, was genau er dachte. Es war nervenaufreibend und deprimierend, vor allem jedoch war es erzürnend. Sie legte die Ohren flach an den Kopf, die Ohren vergruben sich regelrecht in ihrer pechschwarzen Mähne und in ihre dunklen Augen, welche sonst so kalt wirkten, trat ein wildes Funkeln. Beinahe schien es, als ob Crepúsculo im nächsten Moment auf ihn losstürmen würde und ihn angriff, doch sie hielt sich zurück. Noch - und in größter Mühe.

»Desgraciado* ...!«

zischte sie erbost, der Schweif der Stute peitschte unruhig umher und als er sie erneut mit jenem herablassenden Blick musterte, glaubte die Stute, sich selbst zu vergessen. Der Schmerz, der aufbrandete, als der Rappe ihr von den Eltern erzählte war nichts im Vergleich zu jenen Schmerzen, die die Stute bereits zuvor gespürt hatte. Alle Muskeln der stattlichen Stute spannten sich an, schienen regelrecht stählern zu werden und eine unbändige Wt trat in ihre Augen.
Doch dann wandt der zweite Rappe im Bunde sich an sie und ihr ungezügelter Herzschlag erhielt einen Moment der Ruhe, in dem er sich wieder etwas beruhigen konnte. Sie hob den Kopf stolz an und blickte zu ihm, die Ohren auf ihn gerichtet und gespitzt. Doch obgleich sie wirkte, als habe sie ihre kühle Selbstbeherrschung zurück erlangt, spürte Crepúsculo dennoch das wütend zehrende Feuer in sich. Würde sie Fuego damals nicht geschworen haben, nichts unbedachtes zu tun, so würde sie nun gewiss eine unbedachte Tat beginnen. Und blutend am Boden liegen, noch ehe sie ihre Tat tatsächlich verwirklicht hätte. Sie war gewiss keine schlechte Kämpferin, doch wusste sie um die Gefahr solcher Pferde wie Sonticus. Sie waren unberechenbar und schienen regelrecht unbesiegbar. Lunar schnaubte abfällig, dann richtete sie ihre Gedanken und den Blick wieder auf Nightsoul.

»Los caballos del viento.Viento corredor. Soy yo ...** Verzeiht. Es ist mir eine Ehre, Eurer Herde beitreten zu dürfen, Noche Alma. Und auch Euch danke ich, Leya. Muchas gracias«

Sie neigte hoheitsvoll das Haupt, blickte dem Rappen kurz hinter her, als dieser seine Schwester aufsuchte, um sich ein Kräuter gegen die Kopfschmerzen geben zu lassen. Beinahe meinte Crepúscolo zu sehen, wie ihr elendiger Bruder verächtlich die Augen verdrehte, doch Lunar hatte geschworen, nicht mehr mit ihm in Kontakt zu treten. Die daraus resultierende Schlussfolgerung wäre gewesen, dass sie diese Herde augenblicklich verließ, doch dies konnte die Rappstute nicht mehr. Inzwischen hatte sie White Hate und auch Leya mehr oder weniger lieb gewonnen und obgleich es der unnahbaren Stute keineswegs ähnlich sah, wollte sie dennoch die Zeit hier verbringen.
In einer Familie. Endlich hatte sie wieder eine und der Gedanke daran ließ sie erneut in Erinnerungen schwelgen. Sie erinnerte sich an Fuego, an die Stute, welche sie aufzog und augenblicklich stach der bittere Stachel der Realität zu. Die zuvor verträumt wirkenden Gesichtszüge verhärteten sich wieder und schienen ebenso kühl und distanziert wie zuvor. Sie erinnerte sich daran, dass die weiße Stute, welche sich als Ray oder Whitely vorstellte, sich ihr ebenfalls vorgestellt hatte. Doch nu schien sie mehr Interesse an einer Unterhaltung mit dem Braunen zu besitzen, weshalb Crepúsculo tiefer in den Schatten trat und einen kurzen Blick auf das jungfräuliche Weiß zu ihren Hufen warf. Erneut schwand die Realität und mit einer ungewöhnlichen Sehnsucht im Herzen dachte sie zurück an Fuego. Er fehlte ihr irgendwie, doch als sie sich daran erinnerte, unter welchen Umständen sie ihn verlassen hatte, schwand auch das wärmende Gefühl in ihrem Bauch wieder. Sie senkte kurz die Nüstern gen Boden, stieb in den Schnee hinein und genoss die beißende Kälte. Einerseits kannte sie dergleichen kaum, da in Spanien stets milde Temperaturen geherrscht hatten, außerdem verhinderte sie somit, dass sie erneut in die Vergangenheit versank. Manchmal sollte man Vergangenes wohl ruhen lassen.
Lunar warf diesbezüglich einen kühlen, aber nachdenklichen Blick auf ihren Bruder.

* Elendiger ...
** Die Pferde des Windes. Windläufer. Es ist mir ...
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Do Jun 24, 2010 4:57 pm

Nightsoul trabte langsam in das Dickischt hinein, nachdem er sich die Kräuzter geholt hatte. Er fühlte die Stille und die grenzenlose Freiheit, die ihn umgab. Er war nun schon einige Stunden mit den Stuten zusammengewesen, ohne eine ruhige Minute für sich zu finden.
Langsam schien es aufzuhören zu schneien. Night fror ein wenig, abernicht zu sehr. Es gab Schlimmeres als Kälte, auch wenn er den Winter und den knirschenden Schnee unter seinen Hufen hasste.
Der schwarze Hengst erreichte den Platz, an dem er die fremde Stutedas letzte Mal gesehen hatte, bei seinem Zweikampf mit dem Teufelspferd. Er witterte ihre Fährte und folgte ihr. Gut, dass er seinen Geruchssinn lange genug trainiert hatte.
Immer noch fragte der stolze Rappe sich, warum er das hier eigentlich tat. Vielleicht, weil er Leya liebte. Vielleicht, weil er Verantwortung spürte. Er hatte sie auch beim ersten Mal beschützt.

Was brockst du dir da bloß ein, Nightsoul?

Oder verstieß er gegen die Regeln, indem er sich änderte, bewies, das kein vollkommener Gegensatz zwischen ihm und seiner weißen Schwester Hate bestand?
Regeln brechen. Ja, das gefiel Nightsoul schon besser. Er grinste hämisch.
Denn noch immer war er schwärzer als die Nacht und Hate weißer als der Tag. Teufel und Engel...
Die Legende von Licht und Finsternis
Einmal hatte er diese Worte eine weise Stute sagen hören, deren Herde sie überfallen hatten. night hatte sie getötet, ohne ihre Worte zu begreifen. Jetzt verstand er es.
Licht und Finsternis.
Hell und dunkel.
Schwarz und weiß.
Gut und böse.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Jul 11, 2010 10:46 am

Leya blieb lange Zeit ruhig stehen, ließ sich von ihrer Umgebung verschlingen. Das einzige was sie dann noch mitbekam war die wunderschöne Stimme von ihrem Leithengst night.

Äh...was, wie, ich äh, ja... es ist alles Ok. Ich bin vielleicht ein klein wenig verwirrt.

Nun war Leya wieder direkt bei der Sache. Zwar wie aus einem Traum gerissen aber glücklich darüber.

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr bei uns bleiben würdet.

Dann schaute Ley zu dem Hengst namens Alessio, und hörte was Night ihm sagte. Jetzt stand sie wieder schweigsam da.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   So Jul 11, 2010 1:25 pm

White Hate sah ihrem Bruder nach. Sie warf einen weiteren Blick auf Sonticus und schnaubte. Sie verabscheute solche Pferde wie diesen Hengst. Sie hatte ihren Bruder verabscheut, doch dieser schien sich zu ändern.
Der braune Hengst hatte keine Antwort gegeben, aber Leya hatte gesagt, dass er und Crepúsculo bleiben dürften. Die kleine Herde wurde langsam größer. Ob Nightsoul auch noch die fremde Stute finden würde?
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Jul 12, 2010 12:14 pm

Alessio stand neben den anderen und hörte zu.Er hörte die Frage der wunderschönen weißen Stute.

Ich heiße Alessio. Nein, ich habe mich nicht verletzt. Danke, der Nachfrage.

Er schaute ihr in die klar, glänzenden Augen. Nebenbei hörte er Nights Worte.

Wird gemacht.
erwiderte er zu dem schwarzen Hengst.
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BeitragThema: Re: 1.Kapitel -> Mitten im Winter...   Mo Jul 12, 2010 1:52 pm

Whitley lächelte Alessio zu und nickte beruhigt.

Das ist gut, Alessio! Wenn du mich entschuldigen würdest...

Ray trabte schnell zu Leya und fragte:

Hey, Leya! Kehren wir dann zurück zu der Kuhle und dem Felsvorsprung? Also, wenn Nightsoul wieder da ist?

Whitely blickte Leya fragend an. Aus dem Augenwinkel beobachtete si immer noch misstrauisch Sonticus. Sie hatte Angst vor dem schwarzen Hengst. Sie wollte, dass er verschwand, für immer! Lunar sollte bleiben, White Hate hatte die Rappstute ins Herz geschlossen, aber ihr Bruder war der Schimmelstute nicht geheuer.
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